Der Jahreswechsel in der Bundeshauptstadt war von massiven Ausschreitungen und schweren Unfällen geprägt. Während weite Teile Wiens friedlich feierten, hielten pyrotechnische Exzesse und Sachbeschädigungen die Einsatzkräfte bis in die Morgenstunden in Atem.
Blaulicht-Dauereinsatz in der Silvesternacht

Die Wiener Polizei und die Rettungskräfte blicken auf eine Nacht der Extreme zurück. Insgesamt gingen in der Einsatzzentrale 3.560 Notrufe ein, die zu 1.150 polizeilichen Interventionen führten. Das Spektrum der Delikte reichte von unerträglicher Lärmerregung bis hin zu gezielten Sachbeschädigungen und dem gefährlichen Missbrauch illegaler Feuerwerkskörper.

Dramatische Unfälle durch Pyrotechnik

Besonders erschütternd ist die Bilanz der Verletzten. In Wien-Hietzing wurde ein 13-jähriger Junge am Roten Berg zum Opfer seiner Neugier. Er hatte einen am Boden liegenden Böller gefunden und entzündet. Die folgende Detonation kostete das Kind zwei Fingerkuppen. Nur kurze Zeit später, gegen 1.00 Uhr morgens, ereignete sich in Wien-Favoriten ein ähnliches Drama. Ein 14-Jähriger zerfetzte sich beim Zünden eines Knallkörpers die Hand. Die Beamten stellten bei dem Jugendlichen im Anschluss weiteres gefährliches Material sicher.

Auch in der Brigittenau forderte die Silvesternacht ein prominentes Opfer der Gewalt. Am Friedrich-Engels-Platz erlitt ein 22-jähriger Mann schwerste Verbrennungen im Gesicht und an der linken Hand sowie tiefe Rissquetschwunden, als ein Böller in seiner unmittelbaren Nähe explodierte. Alle drei Schwerverletzten mussten nach der Erstversorgung durch die Wiener Berufsrettung in Spezialkliniken eingeliefert werden.

Massive Sicherstellungen durch die Polizei

Die Exekutive ging rigoros gegen den Besitz illegaler Pyrotechnik vor. Im gesamten Stadtgebiet wurden 2.342 pyrotechnische Gegenstände konfisziert. Das Gesamtgewicht der sichergestellten Sprengkörper belief sich auf beachtliche 203 Kilogramm, was das Ausmaß der potenziellen Gefahr verdeutlicht.

Spur der Verwüstung in den Bezirken

Neben den personellen Tragödien prägten Vandalenakte das Stadtbild. In Favoriten sprengten Unbekannte einen Kaugummi-Automaten, während in der Brigittenau ein Altglas-Container durch die Wucht einer Explosion halbseitig demoliert wurde. In Penzing bot sich den Anwohnern am Neujahrsmorgen ein Bild der Vermüllung. Ganze Straßenzüge waren mit Kartonresten und Verpackungsmaterial der Feuerwerkskörper übersät. Augenzeugen äußerten gegenüber Medienvertretern ihr Unverständnis über die finanzielle Verschwendung und die mangelnde Disziplin der Feiernden.

Wien startet mit einem bitteren Beigeschmack in das neue Jahr. Trotz strenger Verbote und polizeilicher Präsenz führten Leichtsinn und Vandalismus zu bleibenden Schäden an Mensch und Eigentum. Die hohe Anzahl an Notrufen und die schwere der Verletzungen unterstreichen die Notwendigkeit einer Debatte über den Umgang mit Pyrotechnik im urbanen Raum.

Quelle „heute.at“

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Von admin

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