Das gewohnte Seegrün verschwindet von Österreichs Windschutzscheiben und macht Platz für ein kräftiges Feuerrot. Beginnt offiziell das neue Vignettenjahr 2026. Wer die Umstellung verschläft, blickt in diesem Jahr tief in die Tasche, denn die Gebühren für Mautsünder wurden drastisch angehoben.
Teures Erwachen für Mautsünder
Die Übergangsfrist ist vorbei: Seit dem 1. Februar ist die alte Klebevignette ungültig. Die ASFINAG hat die Tarife für die sogenannte Ersatzmaut fast unbemerkt, aber massiv verschärft. Autofahrer, die ohne gültigen Nachweis auf Autobahnen oder Schnellstraßen erwischt werden, müssen ab sofort 200 Euro bezahlen. Bisher lag dieser Betrag bei 120 Euro. Motorradfahrer kommen mit 100 Euro etwas günstiger davon. Wer die Zahlung vor Ort verweigert, riskiert ein Verwaltungsstrafverfahren, bei dem Kosten von bis zu 3.000 Euro drohen können.
Das Ende einer Ära
Das Jahr 2026 markiert einen historischen Wendepunkt im österreichischen Mautwesen: Die analoge Klebevignette in Feuerrot wird heuer zum letzten Mal ausgegeben. Trotz ihres bevorstehenden Abschieds gelten strenge Regeln für die Anbringung. Die Plakette muss gut sichtbar am linken Rand der Windschutzscheibe oder hinter dem Rückspiegel kleben. Wichtig dabei ist, dass sie nicht im Tönungsstreifen platziert wird, da dies die Sichtbarkeit für Kontrollgeräte beeinträchtigen kann.
Tipps für den Klebewechsel
Beim Entfernen der alten seegrünen Aufkleber ist Vorsicht geboten. Experten raten davon ab, die Vignette bei gefrorener Scheibe abzukratzen, da dies zu Rissen im Glas führen kann. Sinnvoller ist es, die Windschutzscheibe mittels Defroster-Düsen aufzuwärmen, bevor man den Schaber ansetzt. Zudem sollte der Kaufnachweis (die untere Trägerfolie) unbedingt aufbewahrt werden. Er dient als lebenswichtiger Beleg für eine kostenlose Ersatzvignette im Falle eines Scheibenbruchs oder eines Totalschadens.
Digitaler Komfort mit Wartezeit
Immer mehr Österreicher greifen zur digitalen Vignette. Die Vorteile liegen auf der Hand: Kein Kleben, kein Kratzen und volle Flexibilität bei Wechselkennzeichen. Doch Privatpersonen müssen eine wichtige Hürde beachten: Wer online über den ASFINAG-Webshop kauft, unterliegt einer 18-tägigen Konsumentenschutzfrist. Die digitale Maut wird erst nach Ablauf dieser Frist gültig.
Der Trick für Kurzentschlossene
Wer nicht 18 Tage warten möchte, kann die digitale Vignette direkt bei Stützpunkten von ÖAMTC oder ARBÖ sowie an diversen Tankstellen erwerben. In diesem Fall entfällt die Wartefrist und der Schutz gilt sofort. Der ARBÖ betont, dass dies die sicherste Methode für alle ist, die heute noch schnell auf die Autobahn müssen. Die neue Vignette 2026 behält ihre Gültigkeit bis zum 31. Jänner 2027.
Die Teuerung hat nun auch die Mautkontrolle erreicht. Durch die Erhöhung der Ersatzmaut auf 200 Euro wird das Vergessen der Vignette zu einem kostspieligen Fehler. Angesichts der letzten Chance auf die Klebevignette und der Vorteile der digitalen Version sollten Autofahrer lieber heute als morgen handeln, um den Fokus der ASFINAG-Kameras zu meiden.
Quelle „heute.at“
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