Geduld und akribische Ermittlungsarbeit haben sich für die niederösterreichischen Kriminalisten ausgezahlt.
Acht Jahre nach einem spektakulären Wohnhauseinbruch in Klosterneuburg ist das Quartett der mutmaßlichen Täter nun vollständig hinter Gittern. Die letzte Auslieferung erfolgte erst vor wenigen Tagen.
Der Coup im Oktober 2018
Es war der Abend des 11. Oktobers 2018, als vier zunächst unbekannte Männer gegen 20.45 Uhr zuschlugen. Das Ziel war ein Wohnhaus im Bezirk Tulln. Mit brachialer Gewalt hebelten die Täter eine Terrassentür auf und durchsuchten die Räumlichkeiten. Beute der Nacht: Eine Luxus-Armbanduhr im Wert eines hohen vierstelligen Eurobetrags.
Fluchtversuch mit Hindernissen
Der Plan der Täter geriet ins Wanken, als sie beim Verlassen des Objekts von einer aufmerksamen Zeugin direkt bei ihrem Fluchtwagen angesprochen wurden. Die Verdächtigen verloren die Nerven, ließen das angemietete Fahrzeug am Tatort zurück und flüchteten überhastet zu Fuß in die Dunkelheit.
Spurensuche führt nach Albanien
Die Ermittler des Landeskriminalamtes Niederösterreich, Bereich Diebstahl, werteten die hinterlassenen Spuren im Mietwagen akribisch aus. Dies führte zur Identifizierung von zwei albanischen Staatsbürgern im Alter von 31 und 41 Jahren. Die Staatsanwaltschaft Korneuburg reagierte umgehend mit europäischen Haftbefehlen. Während der 31-Jährige bereits 2019 in Frankreich gefasst wurde, blieb sein Komplize zunächst untergetaucht.
Dominoeffekt der Festnahmen
Im Zuge der weiteren Ermittlungen gerieten zwei weitere Männer aus Albanien (31 und 35 Jahre alt) ins Visier der Justiz. Der 35-Jährige konnte 2020 in Spanien verhaftet werden. Besonders kurios: Ein 31-jähriger Mittäter gab im September 2024 dem enormen Fahndungsdruck nach und stellte sich freiwillig beim Stadtpolizeikommando Schwechat.
Das letzte Puzzleteil
Am 3. Februar 2026 schloss sich der Kreis endgültig. Der vierte im Bunde, ein 41-jähriger Beschuldigter, wurde nach seiner Festnahme in Spanien an die österreichischen Behörden überstellt. Damit sind alle vier Hauptverdächtigen des Falls von 2018 gefasst und dem österreichischen Rechtssystem zugeführt.
Schweigen hinter Gittern
Trotz der erdrückenden Beweislast und der jahrelangen Flucht zeigen sich die Männer bei den Vernehmungen wenig kooperativ. Alle vier Verdächtigen verweigern die Aussage und zeigen sich nicht geständig. Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Korneuburg wurden sie in die dortige Justizanstalt eingeliefert, wo sie nun auf ihren Prozess warten.
Dieser Fall beweist, dass die Mühlen der Justiz zwar manchmal langsam mahlen, aber beharrlich bleiben. Dank internationaler Zusammenarbeit und technischer Spurenauswertung konnte ein Cold Case nach fast einem Jahrzehnt erfolgreich abgeschlossen werden. Für die Sicherheit in der Region ist dies ein deutliches Signal gegen die grenzüberschreitende Kriminalität.
Quelle „heute.at“
Gerechtigkeit kennt kein Verfallsdatum.