Während die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo die Sportwelt in ihren Bann ziehen, flammt in Österreich eine altbekannte Debatte neu auf.
Fast fünf Jahrzehnte nach den geschichtsträchtigen Spielen von Innsbruck 1976 rückt die Vision einer Rückkehr des größten Sportereignisses der Welt in die Alpenrepublik wieder in greifbare Nähe.
Politische Weichenstellung
In der Vergangenheit scheiterten Ambitionen oft an mangelnder Einigkeit. Man erinnere sich an das Jahr 2018, als die Pläne für eine Bewerbung von Graz und Schladming für 2026 aufgrund fehlender politischer Rückendeckung zurückgezogen werden mussten. Das Österreichische Olympische Comite konstatierte damals enttäuscht das Ausbleiben eines klaren Bekenntnisses.
Visionen in Cortina
Heute weht ein anderer Wind. Bei einem Besuch im Österreich-Haus in Cortina bezog Vizekanzler Andreas Babler klar Stellung. Er verwies auf das aktuelle Regierungsprogramm, das die Ausarbeitung einer Strategie für sportliche Großveranstaltungen vorsieht. Laut Babler biete ein solches Ereignis die Chance auf ein kräftiges Signal und erhebliche wirtschaftliche Wertschöpfung. Er mahnte dazu, das Thema offen und visionär anzugehen.
Das Modell der Zukunft
Die aktuellen Spiele in Italien dienen dabei als Blaupause. Durch die Verteilung der Wettkämpfe auf sechs verschiedene Standorte wurde die Notwendigkeit kostspieliger Neubauten drastisch reduziert. Der SPÖ-Vorsitzende Andreas Babler sieht in dieser Clusterlösung den richtigen Weg. Olympische Spiele müssten demnach nicht mehr auf eine einzelne Stadt begrenzt sein, sondern könnten auf nationaler Ebene stattfinden, was die Nachhaltigkeit deutlich erhöhe.
Rückenwind vom ÖOC
Horst Nussbaumer, Präsident des Österreichischen Olympischen Comites, begrüßt diese Signale aus der Politik ausdrücklich. Für ihn steht vor allem die Modernisierung der heimischen Infrastruktur im Fokus. Eine Bewerbung könne als Katalysator wirken, um den Standard für Spitzensportler im Land massiv zu verbessern. Nussbaumer signalisierte volle Unterstützung für eine eingehende Prüfung dieses Vorhabens.
Realistischer Zeithorizont
Trotz der neuen Euphorie ist Geduld gefragt. Die Vergabe der nächsten Winterspiele ist weitgehend abgeschlossen: 2030 gastiert der Tross in den französischen Alpen, 2034 in Utah und für 2038 gilt die Schweiz als Favorit. Da das Rotationsprinzip zwischen den Kontinenten greift, gilt das Jahr 2046 als der nächste realistische Termin für eine österreichische Austragung.
Österreich bewegt sich weg von der Skepsis hin zu einer strategischen Planung. Die Einigkeit zwischen Vizekanzler Andreas Babler und ÖOC-Präsident Horst Nussbaumer schafft ein Fundament, das bei früheren Versuchen fehlte. Auch wenn das Zieljahr 2046 in ferner Zukunft liegt, beginnt der Weg dorthin bereits heute mit einem neuen politischen Konsens über Nachhaltigkeit und nationale Kooperation.
Quelle „heute.at“
Österreichs Weg zum olympischen Feuer.
