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Die Spritpreise schießen nach oben, auch Gas verteuert sich massiv. Wer glaubt, ohne Auto und mit dem Ende der Heizperioden fein raus zu sein, irrt sich gewaltig.

Energie verteuert nicht nur das Tanken und Heizen, sie sickert schleichend durch die gesamte Lieferkette. Vom Transport bis zum täglichen Einkauf im Supermarkt. Am Ende zahlen die österreichischen Haushalte die Zeche.

Das Prinzip der Kettenreaktion

Die renommierte Ökonomin Isabella Weber beschreibt dieses Muster treffend. Energie gehört zu den systemisch signifikanten Preisen. Sie wirken wie ein heftiger Stoß durch die gesamte Wirtschaft. Zuerst verteuert sich die Energie an der Basis. Im nächsten Schritt geben die Unternehmen diese Mehrkosten direkt an die Verbraucher weiter. Und weil in Krisenzeiten ohnehin alle mit Teuerungen rechnen, nutzen viele Konzerne die Gunst der Stunde und erhöhen ihre Aufschläge oft weitaus stärker als eigentlich nötig.

Historische Gewinne an der Zapfsäule

In der Praxis zeigte sich dieses Phänomen bereits im Jahr 2022. Durch den russischen Angriffskrieg stiegen die Ölpreise rasant an und schlagartig zogen auch die Spritpreise nach oben. Die Bundeswettbewerbsbehörde belegte damals schwarz auf weiß: Nicht nur die höheren Rohölpreise, sondern vor allem auch drastisch gestiegene Gewinnmargen trieben die Preise an den Tankstellen in die Höhe. Während die Autofahrer tief in die Tasche greifen mussten, sprudelten bei den großen Konzernen die Gewinne. Die OMV verbuchte noch im selben Jahr rund drei Milliarden Euro mehr Gewinn als im Schnitt der Vorjahre. In die ausufernden Gewinnmargen griff die Regierung damals nicht ein.

Das starre Korsett der Strompreise

Ähnlich absurd gestaltete sich die Situation beim Gas. Die Preise legten hierzulande noch lange zu, als sie im Rest der Europäischen Union längst wieder spürbar zurückgingen. Damit blieb automatisch auch der Strom teuer. Denn aufgrund des sogenannten Merit-Order-Prinzips bestimmt immer die teuerste Herstellungsmethode den gesamten Strompreis. Schießt der Gaspreis in die Höhe, treibt das letztlich den Strompreis mit hinauf. Das gilt selbst dann, wenn der Strom eigentlich aus günstiger Solar- oder Wasserkraft gewonnen wird. Das bittere Ergebnis: Die Haushalte zahlen Rekordpreise, während die Energieunternehmen historische Profite einstreifen.

Milliardenregen für Energieversorger

Als ungenierte Krisengewinner der vergangenen Jahre haben die neun Landesenergieversorger, die OMV und der Verbund von 2022 bis 2024 zusammen über 10 Milliarden Euro an zusätzlichen Zufalls-Gewinnen eingefahren. Auch die Verbund AG verdient bis heute prächtig. Im Jahr 2025 waren es satte 1,5 Milliarden Euro Gewinn. Das ist mehr als doppelt so viel wie in normalen Jahren vor der Krise. Dabei stammt der Großteil des produzierten Stroms aus heimischer Wasserkraft. Die Anlagen sind längst abbezahlt und das Wasser fließt bekanntlich kostenlos. Die Strompreise blieben für die Menschen dennoch hoch und parallel dazu eben auch die Gewinne der Konzerne.

Zahnlose Instrumente des Staates

Die staatliche Abschöpfung durch den sogenannten Energiekrisenbeitrag bleibt derweil völlig zahnlos. Von den vielen Milliarden an Übergewinnen wurde bislang nur ein verschwindend geringer Bruchteil abgeschöpft. Wenn sich der Verbund-Chef Michael Strugl dennoch in der Öffentlichkeit als „Melkkuh“ inszeniert, ist das für viele Betroffene mehr Hohn als Realität. So wenig ergiebig ist im echten Leben keine einzige Kuh in ganz Österreich.

Ein Blick über die Schweizer Grenze

Ein Blick in die benachbarte Schweiz zeigt jedoch eindrucksvoll: Es geht auch anders. Dort zahlen die Energieunternehmen seit über 100 Jahren einen sogenannten Wasserzins auf Strom aus Wasserkraft. Dieser liegt aktuell bei etwa 1,5 Cent pro Kilowattstunde. Eine ähnliche, faire Regelung würde Österreich jährliche Einnahmen von einer halben Milliarde Euro bringen. Das ist Geld, das direkt ins staatliche Budget fließen und gezielt Haushalte mit hohen Stromrechnungen entlasten könnte.

Durch die angespannte Lage in und um den Iran werden die Gas- und Strompreise im nächsten Winter aller Voraussicht nach erneut spürbar anziehen. Bei den Spritpreisen hat die Regierung aus den schweren Fehlern von 2022 offenbar zumindest teilweise gelernt und kündigte zuletzt eine Deckelung der Gewinnaufschläge an. Diese Einsicht sollte die Politik schleunigst auf alle Energiebereiche ausweiten. Solange systemisch wichtige Energiepreise ungebremst durchschlagen und Unternehmen im Windschatten der Krisen ihre Gewinne künstlich steigern, zahlen am Ende immer die privaten Haushalte die Rechnung.

Quelle „momentum-institut.at“

Österreich blickt durch: Preise runter, Gewinne prüfen!

Von admin

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