Die Ermittlungen im erschütternden Mordfall von Sooß (Bezirk Baden) haben zu einem entscheidenden Durchbruch geführt.
Nach der grausamen Tötung einer 38-jährigen vierfachen Mutter steht nun nicht mehr nur der Ehemann im Fokus der Justiz. Ein Sondereinsatzkommando der Cobra konnte in Wiener Neustadt jenen Mann festnehmen, der mutmaßlich die Tatwaffe geliefert hat.
Cobra-Einsatz in Wiener Neustadt
Am Dienstagabend klickten in Wiener Neustadt die Handschellen. Ein 45-jähriger Österreicher mit kosovarischen Wurzeln wurde als mutmaßlicher Komplize identifiziert. Er soll dem Hauptverdächtigen die Neun-Millimeter-Pistole der Marke Beretta ausgehändigt haben. Die Überführung in die Justizanstalt Wiener Neustadt erfolgte am Mittwoch unter strengen Sicherheitsvorkehrungen.
Ein Verdächtiger mit dunkler Vergangenheit
Der 45-Jährige ist für die Exekutive kein unbeschriebenes Blatt. Er gilt als einschlägig vorbestraft und verbrachte insgesamt bereits 18 Jahre hinter Gittern. Unter anderem wurde er wegen eines Schussattentats auf einen Türsteher verurteilt. Erst vor wenigen Monaten war er aus der Haft entlassen worden. In den aktuellen Einvernahmen bestreitet der Mann, der in Ermittlerkreisen als illegaler Waffenhändler geführt wird, jegliche Beteiligung an der Tat in Sooß.
Grausame Details der Obduktion
Indes bringen die Ergebnisse der Gerichtsmedizin das ganze Ausmaß der Gewalt ans Licht. Laut Erich Habitzl von der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt feuerte der 47-jährige Noch-Ehemann dreimal mit der Beretta auf das Opfer. Diese Schüsse waren jedoch nicht unmittelbar tödlich. Die Frau verstarb schließlich durch eine Vielzahl an Stichverletzungen, die ihr laut Ermittlungsstand mit einem Schraubendreher zugefügt wurden.
Entdeckung durch das eigene Kind
Besonders tragisch: Eines der vier minderjährigen Kinder überraschte den Vater bei der Tat. Der 13-jährige Sohn kehrte vom Spielen zurück und sah, wie der 47-Jährige versuchte, den Leichnam im Garten unter Grünschnitt zu verbergen. Nachdem der Verdächtige zunächst versucht hatte, die Schuld einem Unbekannten zuzuschieben, legte er in der Untersuchungshaft schließlich ein Geständnis ab.
Welle der Hilfsbereitschaft in Sooß
Bürgermeister Hermann Rauch zeigt sich tief betroffen und rief umgehend eine Spendenaktion ins Leben. Die Marktgemeinde Sooß hat ein Konto eingerichtet, um die vier Kinder, die nun ohne Mutter und mit dem Vater in U-Haft dastehen, finanziell abzusichern. Rauch betont das Vertrauen in die Solidarität der Bürger, um ein Zeichen gegen die Einsamkeit und für den Zusammenhalt in der Gemeinde zu setzen.
Spendenkonto: Marktgemeinde Sooß
IBAN: AT19 3204 5000 0509 5120
BIC: RLNWATWWBAD
Unterstützung Femizid Sooß
Der Fall Sooß zeigt die gefährliche Verflechtung von häuslicher Gewalt und illegalem Waffenhandel. Während die Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Waffenlieferanten die Hintergründe der Tatwaffe klären, bleibt eine traumatisierte Familie zurück, die nun auf die Hilfe der Gemeinschaft angewiesen ist. Für beide Verdächtige gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.
Quelle „heute.at“
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