Die Bilder von leeren Zapfsäulen in Wien sorgen bundesweit für Verunsicherung.

Während in der Bundeshauptstadt erste kleine Stationen trockenliefen, wächst die Nervosität nun auch im Innviertel und im bayerischen Grenzraum. Autofahrer reagieren prompt auf die Warnungen von Experten und beginnen, Vorräte anzulegen.

Versorgungsstopp bei kleinen Betreibern

In Wien schlugen am Wochenende die ersten Betreiber Alarm. Da Lieferungen ausblieben, mussten einzelne Stationen den Betrieb vorübergehend einstellen. Brancheninsider befürchten, dass vor allem private Tankstellenbetreiber und Diskonter die ersten Leidtragenden einer tiefergehenden Krise sein könnten. Wer keinen langfristigen Vertrag mit den großen Raffinerien hat, steht in Zeiten von geopolitischen Spannungen oft hinten an.

Ökonom mahnt zum schnellen Tankstopp

Gabriel Felbermayr, Chef des Instituts für Wirtschaftsforschung (WIFO), verschärfte die Lage mit einer klaren Prognose im ORF. Aufgrund der eskalierenden Spannungen rund um den Iran und abgebrochener Verhandlungen rechnet der Top-Ökonom mit einem deutlichen Preissprung. Felbermayr riet den Bürgern explizit dazu, die Tanks zeitnah zu füllen, da die Volatilität der Märkte eine neue, unangenehme Normalität darstelle.

Zuversicht bei den Markenstationen

In Schärding beobachtet man die Lage genau, bewahrt aber Ruhe. Michael Hell, Betreiber der dortigen OMV-Station, sieht für sein Haus keine Gefahr. Laut Hell sind große Marken wie OMV, BP oder Shell durch stabilere Logistikketten besser abgesichert als freie Tankstellen. Er hofft auf eine baldige friedliche Lösung der internationalen Konflikte, um den Markt nachhaltig zu beruhigen.

Logistische Hürden am Osterwochenende

Herbert Zauner, ebenfalls Tankstellenbetreiber, führt die punktuellen Ausfälle in Wien primär auf eine ungünstige Kombination von Faktoren zurück. Das hohe Reiseaufkommen zu Ostern traf auf das Lkw-Fahrverbot am Feiertag, wodurch leere Tanks nicht zeitnah befüllt werden konnten. Eine durch Medienberichte ausgelöste Torschlusspanik habe den Effekt zusätzlich verstärkt, da viele Kunden gleichzeitig ihre Reserven aufstockten.

Kanister-Tourismus an der Grenze

Besonders massiv ist der Andrang derzeit im Innviertel durch Kunden aus Deutschland. Herbert Zauner berichtet von Preisunterschieden von bis zu 50 Cent pro Liter im Vergleich zum Nachbarland Bayern. Dies führt dazu, dass deutsche Autofahrer nicht nur ihre Fahrzeuge betanken, sondern vermehrt auch mitgebrachte Kanister füllen, was die Bestände vor Ort zusätzlich unter Druck setzt.

Die aktuelle Treibstoffknappheit in Wien ist primär ein logistisches Problem, das durch psychologische Faktoren und Preisunterschiede zum Ausland verschärft wird. Während Markentankstellen im Innviertel derzeit noch ausreichend versorgt sind, bleibt die Preisentwicklung aufgrund der Weltlage unberechenbar. Eine flächendeckende Knappheit ist aktuell nicht gegeben, sofern die Logistikketten nach den Feiertagen wieder stabil greifen.

Quelle“heute.at“

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Von admin

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