Vitalijus/ Unsplash
Wien setzt ein klares Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft. Ab dem 22. April 2026 kehrt der beliebte Wiener Reparaturbon zurück und bietet den Bürgerinnen und Bürgern erneut die Möglichkeit, liebgewonnene Gegenstände fachgerecht instand setzen zu lassen, anstatt sie zu entsorgen.
Nachhaltigkeit im Fokus der Stadt

Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky unterstreicht die Bedeutung dieses Schrittes für eine Stadt ohne Verschwendung. Ziel ist eine Kreislaufwirtschaft, in der die nachhaltige Nutzung von Alltagsgegenständen Vorrang hat. Besonders erfreulich für alle Radfahrer: Da der Bund die Förderung für Fahrradreparaturen eingestellt hat, springt die Stadt Wien hier ein. Fahrräder sind im Wiener Modell ab sofort wieder förderfähig.

Präsentation an einem besonderen Ort

Die offizielle Vorstellung der Neuauflage fand bei den „Solemates“ in der Kletterhalle „boulderbar“ am Wiener Hauptbahnhof in Favoriten statt. Das Unternehmen hat sich darauf spezialisiert, Kletterschuhe direkt dort zu reparieren, wo sie beansprucht werden. Jürgen Czernohorszky hob bei dem Termin hervor, dass Reparaturen viel mit Wertschätzung zu tun haben – sowohl für die Dinge selbst als auch für die Umwelt.

Attraktive Förderung für das Geldbörsel

Das Fördermodell bleibt gewohnt kundenfreundlich. Der Bon deckt 50 Prozent der Bruttoreparaturkosten ab, wobei die maximale Fördersumme bei 100 Euro liegt. Sollte eine Reparatur nicht mehr wirtschaftlich sein, wird ein Kostenvoranschlag mit bis zu 55 Euro unterstützt. Bis zum Jahr 2027 stellt die Stadt Wien insgesamt 1,2 Millionen Euro für diese Aktion bereit.

Lokale Wirtschaft und Klimaschutz

Bezirksvorsteher Marcus Franz betonte den sozialen und ökologischen Aspekt der Initiative. Reparaturen sichern Arbeitsplätze im Grätzl und fördern Handwerksbetriebe, deren Leistungen nicht durch künstliche Intelligenz ersetzt werden können. Seit dem Start des Programms im Jahr 2020 wurden bereits über 55.800 Gegenstände gerettet, was einer CO2-Ersparnis von rund 3.209 Tonnen entspricht.

Klare Abgrenzung zum Bundesbonus

Während Elektrogeräte weiterhin über den bundesweiten Reparaturbonus abgewickelt werden, deckt der Wiener Bon fast alles andere ab. Ob die gerissene Saite der Gitarre, der kaputte Reißverschluss der Lieblingsjacke oder der wackelige Kleiderschrank – das Spektrum ist breit gefächert. Michael Kienesberger, Leiter der Abteilung Stadt Wien – Umweltschutz, sieht darin einen wesentlichen Motor für die lokale Kreislaufwirtschaft.

Einfacher Zugang zum Bonus

Die Abwicklung erfolgt digital und unkompliziert. Interessierte können sich auf der Plattform mein.wien.gv.at registrieren und den Bon herunterladen. Angelika Pipal-Leixner, Umweltsprecherin der NEOS Wien, sieht darin einen „Turbo für die lokale Wirtschaft“. Der Bon muss lediglich bei der Beauftragung in einem der zertifizierten Betriebe des Wiener Reparaturnetzwerks vorgelegt werden.

Die Neuauflage des Wiener Reparaturbons ist ein Gewinn auf drei Ebenen: Er schont die Umwelt durch massive Müllvermeidung, stärkt das lokale Handwerk und entlastet die Haushaltskassen der Wienerinnen und Wiener in Zeiten hoher Lebenshaltungskosten.

Quelle „heute.at“

Wien flickt, was uns wichtig ist.

Von admin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert