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Der Goldpreis hat in den vergangenen Tagen einen deutlichen Rückschlag erlitten und ist unter eine psychologisch wichtige Marke gefallen.

Für viele Anleger, die das Edelmetall traditionell als sicheren Hafen in Krisenzeiten betrachten, kam die jüngste Dynamik überraschend. Experten sprechen von einer spürbaren Trendwende am Rohstoffmarkt, da parallel auch Silber stark unter Verkaufsdruck geraten ist.

Die magische Grenze durchbrochen

Konkret fiel der Preis für die Feinunze Gold, was einem Gewicht von 31,1 Gramm entspricht, zeitweise auf rund 3.990 US-Dollar. Im weiteren Verlauf gaben die Notierungen sogar bis auf 3.965 Dollar nach. Damit notiert das Edelmetall so günstig wie seit Monaten nicht mehr. Das Unterschreiten der runden 4.000-Dollar-Marke hat zudem technische Reaktionen ausgelöst. Da viele automatische Handelssysteme bei solchen Schwellen auf Verkauf programmiert sind, verstärkte sich der Kursrutsch kurzfristig von selbst.

Der Zinsdruck aus Washington

Der Hauptgrund für den aktuellen Preisverfall liegt in der US-amerikanischen Geldpolitik. An den internationalen Finanzmärkten wächst die Gewissheit, dass die US-Notenbank Federal Reserve unter der Führung von Jerome Powell die Leitzinsen noch länger auf einem hohen Niveau belassen wird. Da Gold im Gegensatz zu Sparbüchern oder Staatsanleihen keine Zinsen abwirft, verliert es an Attraktivität, sobald festverzinsliche Wertpapiere wieder lohnende Renditen abwerfen. Solange die Zinsen hoch bleiben, meiden viele Großanleger das zinslose Edelmetall.

Die Last des starken Dollars

Ein weiterer Faktor ist die Stärke der US-Währung. Da Gold weltweit standardmäßig in US-Dollar abgerechnet wird, führt ein steigender Dollarkurs dazu, dass das Metall für Käufer aus anderen Währungsräumen – wie etwa dem Euroraum – teurer wird. Diese Verteuerung bremst die globale Nachfrage und drückt in der Folge den Preis an den Handelsplätzen weiter nach unten.

Analysten korrigieren Erwartungen

Die veränderten Rahmenbedingungen zwingen auch die großen Bankhäuser zum Umdenken. Die Analysten der Deutschen Bank haben ihre Prognosen für die kommenden Monate drastisch nach unten angepasst. Für das dritte Quartal wird nun im Schnitt mit einem Goldpreis von 4.300 Dollar gerechnet, was einem Minus von 22 Prozent gegenüber der vorherigen Schätzung entspricht. Für das Jahresendviertel erwarten die Experten noch 4.800 Dollar. Sollte die amerikanische Notenbank die Zinsen sogar nochmals anheben, halten die Strategen einen weiteren Rückfall in Richtung 3.800 Dollar für realistisch.

Mangelnde Unterstützung durch Fonds

Zusätzlicher Druck kommt von den Finanzprodukten selbst. In den letzten Jahren galten goldgedeckte ETFs (Exchange Traded Funds) als wesentliche Preistreiber, da sie Privatanlegern den unkomplizierten Kauf von Gold ohne physische Lagerung ermöglichen. Derzeit zeichnet sich jedoch ein massiver Kapitalabzug aus diesen Fonds ab. Wenn Investoren in großem Stil Gelder abziehen, entzieht dies dem Markt eine seiner wichtigsten Stützen.

Schwache Signale aus Asien

Auch aus China, einem der bedeutendsten Abnehmerländer für physisches Gold, fehlen derzeit die Wachstumsimpulse. Die dortige Nachfrage schwächelt merklich. Wenn die lokalen Preise in Asien unter das internationale Niveau fallen, gilt dies in der Branche als klares Warnsignal für eine nachlassende Kaufbereitschaft im globalen Handel.

Der aktuelle Rücksetzer beim Gold zeigt deutlich, wie sensibel der Rohstoffmarkt auf die globale Zinspolitik reagiert. Solange die US-Notenbank einen harten Kurs signalisiert und der Dollar stark bleibt, dürfte der Aufwärtstrend des Edelmetalls vorerst ausgebremst bleiben. Für Anleger bleibt die Situation volatil, da weitere Kurskorrekturen kurzfristig nicht ausgeschlossen werden können.

Quelle „heute.at“

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Von admin

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