Der ÖAMTC und seine Partnerorganisationen haben in einer aktuellen Untersuchung die Leistungsfähigkeit von Winterreifen bei unterschiedlichen Profiltiefen eingehend getestet.
Die Ergebnisse belegen die Relevanz der österreichischen Gesetzgebung, welche eine Mindestprofiltiefe von vier Millimetern vorschreibt. Bereits ab diesem Schwellenwert büßen Reifen spürbar an Sicherheitsreserven ein.
Testergebnisse und Methoden
Für die Versuchsreihe wurden fünf aktuelle Winterreifenmodelle in drei Verschleißzuständen geprüft: im Neuzustand sowie mit verbleibenden Profiltiefen von vier und zwei Millimetern. Das Testprogramm umfasste die Kriterien Bremsverhalten, Handling, Traktion sowie das Fahrverhalten auf verschneiter und nasser Fahrbahn.
Die Untersuchungen machten deutlich, dass sich die größten Leistungseinbußen auf nasser Straße und beim Aquaplaning zeigen. Bei einer Restprofiltiefe von vier Millimetern verringert sich die Wasserverdrängung im Vergleich zu Neureifen im Durchschnitt um bis zu 25 Prozent. Bei zwei Millimetern Restprofil sinkt die Performance bei der Wasserverdrängung um mehr als 50 Prozent.
Sicherheitsrisiko durch Aquaplaning
Die Ursache für diesen Leistungsabfall liegt im konstruktiven Aufbau von Winterreifen. Im Gegensatz zu Sommerreifen mit breiten Mittellaufrillen nutzen Winterreifen lamellierte Profilblöcke. Mit abnehmender Profiltiefe kann das Profil das Wasser auf der Straße nicht mehr effizient ableiten. Das Fahrzeug verliert früher den Bodenkontakt und beginnt aufzuschwimmen.
ÖAMTC-Techniker Steffan Kerbl verweist darauf, dass viele Autofahrer die gesetzliche Grenze von vier Millimetern fälschlicherweise als Reserve betrachten. In der Praxis markiert dieser Wert jedoch den Beginn einer kritischen Phase. Da nasse Fahrbahnen, Schneematsch und tiefe Pfützen in mitteleuropäischen Breiten häufiger vorkommen als geschlossene Schneedecken, stellt der Kontrollverlust bei Nässe das primäre Risiko dar.
Einfluss von Marken und Preisklassen
Die Testergebnisse verdeutlichen zudem, dass der Verschleißzustand des Profils den Ausschlag für die Fahrsicherheit gibt. Zwar bestehen zwischen Premium-, Qualitäts- und Budgetreifen Unterschiede im Ausgangsniveau, das verringerte Profil lässt sich jedoch auch durch hochwertige Reifenmischungen nicht ausgleichen. Auch leistungsstarke Premiumreifen verlieren bei fortschreitender Abnutzung signifikant an Sicherheitsreserven.
Die Testergebnisse des ÖAMTC bestätigen die gesetzliche Mindestprofiltiefe von vier Millimetern für Winterreifen in Österreich. Die messbaren Einbußen beim Bremsen und bei der Wasserverdrängung belegen, dass verringertes Profil vor allem auf nasser Fahrbahn ein erhöhtes Sicherheitsrisiko darstellt. Der rechtzeitige Reifenwechsel bleibt daher der maßgebliche Faktor für ein stabiles Fahrverhalten in der kalten Jahreszeit.
Quelle „heute.at“
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