Die Rekorddürre trifft Österreichs Landwirtschaft härter als erwartet.
Bei Herbstkulturen wie Erdäpfeln, Körnermais, Soja und Zuckerrüben fallen die Ernteerträge dramatisch ein – teilweise um mehr als die Hälfte. Das teilte die Landwirtschaftskammer mit.
Ertragseinbrüche bei Feldfrüchten
Besonders massiv zeigen sich die Einbußen bei Erdäpfeln. Hier liegen die Ertragserwartungen laut Landwirtschaftskammer zwischen minus 50 Prozent und minus 70 Prozent. Bei Körnermais wird im Vergleich zum Fünfjahresschnitt ein Minus von knapp 30 Prozent erwartet, bei Sojabohnen sogar von mehr als 50 Prozent. Auch bei Ölkürbissen wird mit rund einem Fünftel weniger Ertrag gerechnet, während bei Sonnenblumen die Verluste bei mehr als einem Drittel liegen.
Da die Ernte der Herbstkulturen derzeit noch läuft, können sich die erwarteten Mengen allerdings noch verändern. Herbstkulturen wie Körnermais, Silomais, Erdäpfel, Kürbis, Sonnenblume, Soja und Zuckerrübe waren von der Trockenheit länger betroffen als Getreide, das bereits im Sommer geerntet wurde.
Moosbrugger fordert Klimafitness-Investitionen
„Die Missernte der Herbstkulturen fällt noch dramatischer aus, als befürchtet“, betonte Landwirtschaftskammer-Österreich-Präsident Josef Moosbrugger. Die heimische Landwirtschaft sei von einer Trockenheit „bisher ungeahnten Ausmaßes getroffen und geschädigt worden“. Neben dem Dürrepaket der Regierung bezeichnete der oberste Bauernvertreter weitere Maßnahmen als „überlebensnotwendig“. Zudem brauche es „weitere Zukunftsinvestitionen in die Klimafitness“ der Land- und Forstwirtschaft.
Halbierte Anbaufläche und Trockenheit bei Zuckerrüben
Bei den Zuckerrüben rechnet die Landwirtschaftskammer heuer mit bis zu 52 Prozent weniger Ertrag im Vergleich zum Vorjahr. Hier spielt auch die Schließung der Agrana-Zuckerfabrik in Leopoldsdorf im Marchfeld (Bezirk Gänserndorf) im Frühjahr 2025 eine Rolle, durch die sich die vertraglich vereinbarte Anbaufläche halbiert hat.
Die Ertragserwartungen bei den Rüben reichen von minus 30 Prozent in besseren Lagen bis hin zu minus 70 Prozent im trockenen Osten Österreichs. Die gesamte Ernte wird in der Agrana-Zuckerfabrik in Tulln an der Donau verarbeitet. Endgültige Schätzungen werden zu Beginn der Zuckerrüben-Kampagne Anfang Oktober vorliegen, wie der „Wiener Zucker“-Mutterkonzern Agrana der APA mitteilte.
Getreide leicht besser als befürchtet
Etwas weniger dramatisch zeigt sich die Bilanz beim Getreide ohne Mais. Die Agrarmarkt Austria (AMA) ging Anfang August noch von einem Rückgang von 14,4 Prozent gegenüber dem langjährigen Schnitt aus. Inzwischen wird das Plus an Verlusten mit 10,9 Prozent beziffert. Beim Weichweizen liegt der Rückgang bei 15,6 Prozent – im August waren noch 18,4 Prozent befürchtet worden.
Aus anderen landwirtschaftlichen Bereichen liegen ebenfalls Prognosen vor: Die Weinernte dürfte heuer ein Viertel unter dem langjährigen Schnitt bleiben. Bei den Äpfeln wird im Vergleich zu 2025 mit einem Drittel weniger Ertrag gerechnet.
Quelle: „heute.at“
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