In der SPÖ schwelt die Diskussion um die Parteispitze weiter, nachdem Medienmanager Gerhard Zeiler (71) den Parteivorsitzenden Andreas Babler (53) ablösen will und die Landeschefs für Sonntag zu Beratungen zusammenkommen.
Finanzminister Markus Marterbauer erteilte Spekulationen über eine eigene Kandidatur für den Parteivorsitz nun eine Absage, betonte zugleich aber seinen Einigungsanspruch innerhalb der Partei.
Priorität auf Gesundheit und Budget
Im Gespräch mit PULS 24-Infochefin Corinna Milborn legte sich der 61-jährige Finanzminister zu möglichen Ambitionen auf den Parteivorsitz nicht fest. Stattdessen verwies er auf zwei zentrale Prioritäten in den kommenden Monaten: seine Genesung nach einer Krebserkrankung sowie die Arbeit im Finanzministerium.
Er sei mitten in einem Budgetsanierungsprozess, der gut vorankomme und im Plan liege, jedoch viel Aufmerksamkeit erfordere. Die Behandlung seines Lymphoms laufe derzeit gut und entspreche den Erwartungen der Ärzte. Im Oktober stehe die letzte Chemotherapie an. Für die nächsten Monate sei er mit seinen Aufgaben als Finanzminister und seiner Gesundheit ausgelastet, betonte Marterbauer.
Rolle im Machtkampf und Rückendeckung für Babler
Unabhängig von einer Spitzenfunktion versteht sich Marterbauer als „überzeugter Roter“ und möchte dazu beitragen, die SPÖ wieder zu zusammenzuführen. Es gehe ihm dabei weniger um eigene Funktionen. Er glaube, auch als Finanzminister seinen Beitrag leisten zu können, damit die Partei geeint Erfolge erzielt.
Dem amtierenden Parteichef Andreas Babler stellte Marterbauer den Rücken frei. Niemand mache alles richtig, aber alle bemühten sich darum. Babler trage nicht die Verantwortung für die aktuelle Lage. Personaldiskussionen bezeichnete der Finanzminister als wenig hilfreich. Das geplante Treffen der SPÖ-Landeschefs am Sonntag begrüßte er hingegen mit dem Hinweis, dass die Partei sich einigen und den Regierungskurs fortsetzen müsse.
Kritik an Zeiler und Blick auf Umfragen
Distanzierte Töne fand Marterbauer für den Vorstoß von Gerhard Zeiler. Zwar freue er sich über jeden, der sich für die Partei engagiere, der Zeitpunkt von Zeilers Schritt sei jedoch unerwartet gewesen. Auch inhaltlich teile er Zeilers Kritik an der wirtschaftspolitischen Linie der SPÖ nicht.
Die aktuellen Umfragewerte bezeichnete der Finanzminister zwar als besorgniserregend, gab jedoch zu bedenken, dass Regierungen angesichts der zahlreichen Krisen derzeit generell mit schwierigen Zustimmungswerten konfrontiert seien.
Quelle „heute.at“
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