Der ÖBB-Konzern steht vor der größten organisatorischen Veränderung seit über zwei Jahrzehnten. Die Regierungsfraktionen ÖVP, SPÖ und NEOS haben sich auf ein Gesetzespaket geeinigt, das die Führungsstruktur der Bundesbahnen grundlegend neu ordnet.
Ziel der Maßnahmen ist es, veraltete Mehrfachstrukturen abzubauen und den Konzern effizienter auszurichten.
Im Zentrum der Reform steht eine deutliche Stärkung der ÖBB-Holding. Diese erhält künftig mehr direkte Steuerungsrechte über die operativen Tochtergesellschaften. Die Personenverkehrs- sowie die Güterverkehrsgesellschaft werden in Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH) umgewandelt. Die ÖBB-Infrastruktur verbleibt hingegen als eigenständige Aktiengesellschaft. Ergänzend zum bestehenden Vorstand wird ein dritter Posten für die operative Gesamtkoordination geschaffen, während auch die Einheiten für Produktion und Technische Services direkt unter dem Dach der Holding zusammengeführt werden.
Durch die Straffung der betrieblichen Abläufe erwartet der Konzern Einsparungen von rund 80 Millionen Euro pro Jahr. Bis zum Ende der laufenden Gesetzgebungsperiode im Jahr 2029 soll sich das Einsparungspotenzial auf insgesamt etwa 250 Millionen Euro belaufen. Notwendig wird der Umbau laut Angaben der Bahn auch durch das veränderte Marktumfeld: Der Schienenverkehr hat stark zugenommen, zudem bewegen sich mittlerweile 98 Eisenbahnverkehrsunternehmen auf dem österreichischen Streckennetz. Das entsprechende Gesetzeswerk soll im Januar 2027 in Kraft treten.
Quelle „heute.at“
Moderne Strukturen sichern die Zukunft der österreichischen Bahn.