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Die Vorfreude in der Salzburger Umlandgemeinde Bergheim ist groß. Während die Vorbereitungen für das anstehende Jubiläumsjahr auf Hochtouren laufen, blickt die Gemeinde mit einem Schmunzeln auf ihre eigene Geschichte zurück. Es ist die Erzählung eines historischen Rechenfehlers, der eine ganze Generation von Festgästen täuschte.
Ein historischer Irrtum wird gelüftet

Bergheim, das heute rund 5700 Einwohner zählt, rüstet sich für das Jahr 2027. Es markiert den offiziellen tausendsten Jahrestag der ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 927. Dass dieses Datum überhaupt zweifelsfrei feststeht, ist der Arbeit des verstorbenen Landeshistorikers Heinz Dopsch zu verdanken. Bei seinen intensiven Recherchen für die im Jahr 2009 erschienene Gemeindechronik stieß er auf eine kuriose Unstimmigkeit.

Die historischen Unterlagen belegen eindeutig, dass die Gemeinde ihr vermeintliches Jahrtausendfest bereits im Jahr 1926 beging. Rechnerisch fand die Feier somit nach genau 999 Jahren statt. Die Bergheimer waren ihrer Zeit also unfreiwillig ein ganzes Jahr voraus.

Glanzvolles Fest trotz falscher Jahreszahl

Warum man sich damals verrechnete oder ob die Ungeduld schlicht zu groß war, bleibt ein Rätsel. Vizebürgermeister Hermann Gierlinger bestätigt gegenüber den Salzburger Nachrichten, dass die genauen Hintergründe heute nicht mehr nachvollziehbar sind. An der Pracht der damaligen Feierlichkeiten änderte der Rechenfehler jedoch nichts.

Zeitgenössische Berichte der Salzburger Chronik schildern ein Ereignis von enormer Strahlkraft. Bergfeuer erhellten die Nacht und der gesamte Ort war mit grünen Kränzen und Fahnen geschmückt. Ein mächtiger Triumphbogen empfing die Gäste am Aufgang zur Kirche und zum Dechantshof. Sogar aus der nahegelegenen Landeshauptstadt Salzburg strömten die Menschen in Scharen herbei, um dem Spektakel beizuwohnen.

Die Planung für das echte Jubiläum

Für das Jahr 2027 soll nun alles perfekt vorbereitet sein. Dieses Mal wird das Jubiläum im mathematisch korrekten Jahr gefeiert. Die Gemeinde plant ein Festprogramm, das sich über das gesamte Kalenderjahr erstreckt. Hermann Gierlinger betont, dass man sich derzeit in der Phase der Ideenfindung befinde und die gesamte Bevölkerung dazu aufgerufen sei, sich aktiv zu beteiligen.

Sowohl die örtlichen Schulen als auch die Vereine sind bereits fest in den Planungsprozess eingebunden. Das Ziel ist ein Gemeinschaftsprojekt, das die Identität Bergheims widerspiegelt und die reiche Geschichte des Ortes würdigt.

Bergheim beweist Humor im Umgang mit der eigenen Chronik. Der historische Fehlstart von 1926 dient heute als charmante Anekdote, die die Vorfreude auf das tatsächliche 1000 Jahre Jubiläum im Jahr 2027 nur noch weiter steigert.

Quelle „heute.at“

Tradition braucht keinen Taschenrechner aber viel Leidenschaft.

Von admin

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