Jens/ Pixabay
Die globale Erwärmung steuert auf einen kritischen Wendepunkt zu, der das Leben von fast der Hälfte der Weltbevölkerung grundlegend verändern könnte.

Während die Temperaturen weltweit steigen, offenbart eine neue Analyse der Universität Oxford eine erschreckende Versorgungslücke. Besonders prekär ist die Lage in Schwellenländern, doch die Forscher warnen: Auch wohlhabende Industrienationen wie Österreich oder Deutschland wiegen sich in einer trügerischen Sicherheit.

Dramatische Prognosen der Oxford-Studie

Die wissenschaftliche Untersuchung unter der Leitung von Jesús Lizana zeigt auf, dass bei einer Erwärmung um zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter die Zahl der hitzegefährdeten Personen bis zum Jahr 2050 auf 3,8 Milliarden ansteigen wird. Das entspricht nahezu einer Verdopplung der aktuellen Betroffenheit. Die Experten sprechen von einem existenziellen Hitzeschock, der vor allem jene trifft, die in schlecht isolierten Behausungen oder Blechhütten leben.

Tropenregionen vor dem Kollaps

In Ländern wie Nigeria, Laos, Indonesien oder dem Südsudan wird Hitze zum täglichen Überlebenskampf. Hier reicht ein einfacher Ventilator oft nicht mehr aus. Die Studie prognostiziert eine explosionsartige Zunahme des Energiebedarfs für Kühltechnologien. Das Problem: Die Stromnetze in diesen Regionen sind oft instabil. Ein flächendeckender Einsatz von Klimageräten könnte die Infrastruktur zum Einsturz bringen und eine tödliche Falle für Millionen Menschen ohne Zugang zu stabiler Energieversorgung werden.

Europa unterschätzt die Gefahr

Umweltwissenschaftler Jesús Lizana findet deutliche Worte für die Lage im Norden. Europa, Kanada und Russland sind gefährlich schlecht vorbereitet. Historisch gewachsene Architektur ist in diesen Breitengraden darauf ausgelegt, Wärme zu speichern, nicht sie abzuweisen. Viele öffentliche Verkehrsmittel und Wohngebäude verfügen über keine ausreichende Kühlung. Hitze gilt statistisch bereits jetzt als der Klimakiller Nummer eins und fordert jährlich mehr Todesopfer als schwere Stürme oder Flutkatastrophen.

Die Forschungsergebnisse machen deutlich, dass Kühlung kein Luxusgut mehr ist, sondern zur grundlegenden Infrastruktur der Gesundheitsvorsorge gehören muss. Ohne massive Investitionen in nachhaltige Kühlkonzepte und eine globale Anpassungsstrategie steuert die Menschheit auf eine humanitäre Krise zu, die sowohl den globalen Süden als auch den Westen unvorbereitet treffen wird.

Quelle „heute.at“

Global denken, lokal kühlen.

Von admin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert