Der Schweizer Franken kennt derzeit nur eine Richtung: nach oben.

Am Dienstagvormittag erreichte die helvetische Währung einen neuen historischen Höchststand und setzte die Devisenmärkte unter massiven Druck. Während der Euro sichtlich schwächelt, rutscht auch der US-Dollar immer weiter ab. In Finanzkreisen wächst nun die Spannung, ob und wann die Währungshüter in Bern die Notbremse ziehen.

Euro und Dollar im freien Fall

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Zeitweise sackte der Euro am Dienstag auf einen Wert von rund 0,92 Franken ab. Damit markiert der Franken den zweiten Tag in Folge einen neuen Bestwert gegenüber der Gemeinschaftswährung. Doch nicht nur der Euro leidet unter der Stärke des „Sicheren Hafens“.

Auch die US-Währung gerät zunehmend ins Hintertreffen. Mit einem Kurs von etwa 0,77 Franken pro Dollar spiegelt sich eine deutliche Schwäche der Weltleitwährung wider. Für den Euro bedeutet die aktuelle Konstellation im Gegenzug den höchsten Stand gegenüber dem Dollar seit Juni 2021 – ein paradoxes Zusammenspiel der Kräfte am Devisenmarkt.

Spekulationen um SNB-Interventionen

Angesichts dieser rasanten Aufwertung schießen die Spekulationen ins Kraut. Wie das Finanzportal Cash.ch unter Berufung auf die Nachrichtenagentur AWP berichtet, wird am Markt intensiv darüber diskutiert, ob die Schweizerische Nationalbank (SNB) zu direkten Eingriffen gezwungen ist. Üblicherweise reagiert die SNB auf eine zu starke Aufwertung mit dem Kauf von Fremdwährungen, um den Franken künstlich zu schwächen und die heimische Exportwirtschaft zu schützen.

Experten raten zur Ruhe

Trotz der Nervosität mahnen erste Analysten zur Besonnenheit. Die Experten der Bank Valiant sehen momentan keine Anzeichen für ein unmittelbares Einschreiten der Nationalbank. Nach Einschätzung der Bank seien es vor allem die heftigen Schwankungen und die hohe Volatilität, die die SNB beunruhigen, weniger das absolute Kursniveau.

Laut Valiant resultiert der aktuelle Druck primär aus der Schwäche des Dollars. Hierbei handle es sich um eine Dynamik, bei der sich rasch wieder Entspannung einstellen könnte. Man wolle daher keine voreiligen Schritte setzen, die den Markt zusätzlich destabilisieren könnten. Andere Fachleute teilen diesen Optimismus jedoch nur bedingt und warnen, dass die Talfahrt des US-Dollars noch über einen längeren Zeitraum anhalten könnte.

Der Schweizer Franken bleibt die dominante Kraft am Währungsmarkt und stellt Exporteure sowie die Nationalbank vor große Herausforderungen. Während die SNB offiziell noch abwartet, zeigt die Nervosität der Anleger, dass der Spielraum für ein „Nichteingreifen“ immer kleiner wird. Die kommenden Tage werden entscheiden, ob die psychologisch wichtige Grenze dauerhaft unterschritten bleibt oder ob Bern mit Devisenkäufen ein deutliches Signal setzt.

Quelle“heute.at“

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Von admin

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