© Klaus Mader
Die Katze ist aus dem Sack: Das Bundesministerium für Finanzen hat die vorläufigen Zahlen für den Bundeshaushalt 2025 präsentiert.

Entgegen manch düsterer Prognose zeigt der Bericht eine deutliche Entspannung an der Finanzfront. Mit einem administrativen Defizit von -14,4 Milliarden Euro steht der Bund um satte 3,7 Milliarden Euro besser da, als ursprünglich bei der Budgeterstellung veranschlagt wurde.

Sparsamkeit und Konjunktur als Treiber

Dieser finanzielle Lichtblick ist kein Zufallsprodukt. Laut dem Bericht des Finanzministeriums führten zwei Hauptfaktoren zu diesem Ergebnis: Ein disziplinierter Budgetvollzug und eine spürbar bessere Wirtschaftslage. Während die Auszahlungen mit 121,5 Milliarden Euro unter den Erwartungen blieben – primär durch niedrigere Zinsen –, kletterten die Einzahlungen dank der guten Konjunktur auf 107,1 Milliarden Euro. Das bedeutet ein Plus von 2,0 Milliarden Euro auf der Einnahmenseite gegenüber dem ursprünglichen Voranschlag.

Klare Worte der Regierungsspitze

Bundeskanzler Christian Stocker sieht in diesen Zahlen eine Bestätigung der aktuellen Linie. Für ihn ist die Einsparung von 3,7 Milliarden Euro ein Beleg für die Wirksamkeit der gesetzten Maßnahmen. Es gehe darum, finanzielle Spielräume für die Zukunft zu schaffen und die Widerstandsfähigkeit des Landes zu erhöhen. Vizekanzler Andreas Babler stößt ins selbe Horn und betont, dass man das Budget saniere, um den Sozialstaat und das Gesundheitssystem langfristig abzusichern, statt Steuergeld für Zinszahlungen aufzuwenden.

Reformkurs bleibt oberste Priorität

Trotz der positiven Zwischenbilanz warnt Außenministerin Beate Meinl-Reisinger davor, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Sie sieht die Sanierung als gesamtstaatliche Aufgabe, bei der auch Länder und Gemeinden in die Pflicht genommen werden müssen. Ziel sei ein echter Kurswechsel, der durch reale Ausgabendämpfung bereits eingeleitet wurde. Finanzminister Markus Marterbauer mahnt ebenfalls zur Besonnenheit: Der Weg aus dem EU-Defizitverfahren bis 2029 erfordere weiterhin einen strengen und konsequenten Kurs.

Blick auf die Maastricht-Kriterien

Ein wichtiger Wermutstropfen bleibt jedoch: Das administrative Plus verbessert den wichtigen Maastricht-Saldo nur teilweise. Die endgültige Abrechnung für den Gesamtstaat, die auch die Zahlen der Bundesländer und Sozialversicherungen beinhaltet, wird erst Ende März 2026 durch die Statistik Austria vorliegen. Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl bezeichnet die aktuelle Bilanz dennoch als klaren Auftrag, den eingeschlagenen Pfad für künftige Investitionen fortzusetzen.

Österreichs Budgetpolitik zeigt im Jahr 2025 erste Erfolge einer konsequenten Konsolidierung. Die Kombination aus geringeren Zinslasten und einer anziehenden Wirtschaft verschafft der Regierung dringend benötigte Luft zum Atmen. Dennoch bleibt die vollständige Sanierung ein Marathon, kein Sprint, bei dem die kommenden Monate über die nachhaltige Stabilität entscheiden werden.

Quelle „heute.at“

Österreich spart sich gesund für die Zukunft.

Von admin

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