Heinrich Himmer /© Parlamentsdirektion/​Thomas Topf
In der Sitzung des Nationalrats wurde eine weitreichende Schulrechtsnovelle debattiert, die das österreichische Bildungssystem flexibler und gerechter gestalten soll.

Im Zentrum der Reform stehen die Förderung der deutschen Sprache sowie der massive Ausbau ganztägiger Schulformen. Die SPÖ-Mandatare Christian Oxonitsch und Heinrich Himmer sehen darin einen notwendigen Paradigmenwechsel für die heimischen Klassenzimmer.

Vertrauen in die pädagogische Praxis

Der SPÖ-Integrationssprecher Christian Oxonitsch hob hervor, dass Sprache das Fundament für gesellschaftliche Teilhabe bilde. Die Novelle setzt hier auf eine deutliche Stärkung der schulischen Autonomie. Statt starrer Vorgaben aus dem Ministerium sollen künftig die Pädagoginnen und Pädagogen vor Ort entscheiden, welches Fördermodell für ihre Schützlinge am effektivsten ist.

Christian Oxonitsch © Parlamentsdirektion/​Thomas Top

Dieser neue Spielraum bei der Deutschförderung wird durch einen verbindlichen Qualitätsrahmen flankiert, um das Bildungsniveau bundesweit abzusichern. Oxonitsch betonte, dass man den Lehrkräften das nötige Vertrauen entgegenbringe, individuelle Lösungen für die Herausforderungen im Grätzel zu finden.

Sommerschule und Aufstiegschancen

Ein wesentlicher Eckpfeiler der Neuerung ist die automatische Teilnahme von außerordentlichen Schülerinnen und Schülern an der Sommerschule. Damit soll verhindert werden, dass Kinder mit mangelnden Sprachkenntnissen während der schulfreien Zeit den Anschluss verlieren. Zudem werden die Aufstiegs- und Übertrittsmöglichkeiten innerhalb des Schulsystems erweitert. Dies soll unnötige Laufbahnverluste vermeiden und die Frustration bei Kindern und Eltern verringern, wenn der Bildungsweg bisher an bürokratischen Hürden scheiterte.

Ausbau der Ganztagsschulen fixiert

Parallel zur Sprachförderung treibt die SPÖ den Ausbau der ganztägigen Bildung voran. Bildungssprecher Heinrich Himmer unterstrich die Bedeutung der heute beschlossenen Übergangsregelung zum Bildungsinvestitionsgesetz. Ziel sei es, nicht nur neue Plätze zu schaffen, sondern auch die Qualität der bestehenden Betreuung massiv zu verbessern.

Für Himmer ist dies ein entscheidender Schritt zur Entlastung der Familien. Eine flächendeckende, hochwertige Ganztagsbetreuung sorge dafür, dass der Bildungserfolg weniger vom Einkommen oder dem Zeitbudget der Eltern abhänge. Es gehe darum, jedem Kind die Unterstützung zukommen zu lassen, die es für ein selbstbestimmtes Leben benötige.

Die Schulrechtsnovelle markiert eine Abkehr von zentralistischen Strukturen hin zu mehr Eigenverantwortung der Schulen. Durch die Kombination aus gezielter Sprachförderung, der verpflichtenden Sommerschule für außerordentliche Schüler und einer Investitionsoffensive in den Ganztagsbereich werden wichtige Weichen für die Chancengerechtigkeit in Österreich gestellt. Die pädagogische Professionalität rückt wieder in den Mittelpunkt der politischen Entscheidung.

Quelle „SPÖ-Parlamentsklub

Bildung sichert Zukunft

Von admin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert