Die internationalen Rohölpreise sinken, doch an den heimischen Zapfsäulen kommt davon oft zu wenig an.
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) zieht nun die Zügel an und setzt auf eine detaillierte Marktanalyse durch Experten, um faire Preise für Österreichs Autofahrer sicherzustellen.
Druck auf Mineralölkonzerne
Nachdem bereits Maßnahmen gegen die Teuerung bei Strom, Mieten und Lebensmitteln gesetzt wurden, rückt die Bundesregierung nun die Treibstoffpreise in den Fokus. Obwohl Österreich im europäischen Vergleich mit moderaten Preisen punktet – Eurosuper ist hierzulande im Schnitt um 17,7 Cent günstiger als im EU-Schnitt und sogar 21,4 Cent billiger als in Deutschland – bleibt eine Lücke bestehen. Die Differenz zwischen den sinkenden Weltmarktpreisen und den Preisen an der Tankstelle wird von Experten kritisch beäugt.
Die Rolle der Preiskommission
Im Rahmen der Regierungsklausur im Jänner wurde die Einberufung der Preiskommission beschlossen. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer hat diesen Prozess nun offiziell gestartet. Bei einem Treffen am Donnerstag lud er Vertreter der Preiskommission sowie Experten des Instituts für Höhere Studien (IHS) und der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) zum Gipfel. Ziel ist es, die Preisgestaltung der Konzerne unter die Lupe zu nehmen und sicherzustellen, dass Entlastungen beim Rohöl direkt bei den Pendlern landen.
Analysefrist bis Ende März
Hattmannsdorfer verlässt sich nicht auf vage Versprechen, sondern fordert harte Fakten. Das IHS und die BWB wurden beauftragt, bis Ende März eine Kurzstudie vorzulegen. Diese Untersuchung soll präzise aufzeigen, wie die Weitergabe von Kostensenkungen am heimischen Markt funktioniert. Der Minister betont, dass Menschen, die auf ihr Fahrzeug angewiesen sind, Gewissheit brauchen, dass sie nicht durch verzögerte Preissenkungen benachteiligt werden. Diese Expertise dient als Fundament für alle weiteren politischen Schritte.
Transparenz als Schutzschild
Ein erster wichtiger Schritt zur Stabilisierung der Lage war die Verlängerung der Spritpreisverordnung zum Jahreswechsel um weitere drei Jahre. Ohne diesen Eingriff wäre die gesetzliche Grundlage für die Preistransparenzdatenbank der E-Control ausgelaufen. Tankstellenbetreiber bleiben somit verpflichtet, jede Preisänderung sofort zu melden. Zudem bleibt die strikte Regelung bestehen, dass Preiserhöhungen nur einmal täglich um 12 Uhr mittags durchgeführt werden dürfen, während Senkungen jederzeit möglich sind.
Digitale Hilfe für Autofahrer
Die Daten der E-Control fließen direkt in den bekannten Spritpreisrechner ein. Über dieses Portal können Konsumenten in Echtzeit die günstigsten Anbieter in ihrer Region finden. Für Hattmannsdorfer ist dieser digitale Preisvergleich ein wesentliches Instrument, um den Wettbewerb zu fördern und unfaire Aufschläge zu verhindern. Transparenz ist hier das wirksamste Mittel gegen künstlich hochgehaltene Preise an der Zapfsäule.
Die Bundesregierung setzt auf eine Doppelstrategie aus strenger Marktbeobachtung und gesetzlicher Transparenz. Mit der Beauftragung von IHS und BWB erhöht Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer den Druck auf die Branche. Autofahrer in Österreich können darauf hoffen, dass die Analyse bis März klare Konsequenzen nach sich zieht, damit der Preisvorteil am Weltmarkt nicht in den Bilanzen der Konzerne versickert, sondern im Geldbörserl der Bürger ankommt.
Quelle „heute.at“
Österreich gibt Gas für faire Preise.
