Die Preisgestaltung an Österreichs Zapfsäulen bleibt auch in den kommenden Jahren streng reglementiert. Das Wirtschaftsministerium hat die bewährten Transparenz-Regeln für Tankstellen offiziell verlängert. Damit soll sichergestellt werden, dass Autofahrer weiterhin vor plötzlichen Preissprüngen geschützt werden und der Wettbewerb am Markt fair bleibt.
Entscheidung durch Minister Hattmannsdorfer
Eigentlich wären die aktuellen Verordnungen mit dem Jahresende ausgelaufen. Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer hat nun jedoch die Initiative ergriffen und die Spritpreis-Verordnungen sowie den Betrieb des beliebten Spritpreisrechners verlängert. Der Minister betont die soziale Komponente dieser Entscheidung: Gerade in Zeiten schwankender Preise sei Transparenz die beste Waffe gegen unfaire Aufschläge. Laut Hattmannsdorfer ist diese Verlängerung ein Akt gelebter Verantwortung für alle Verbraucherinnen und Verbraucher im Land.
Österreich tankt günstiger als Nachbarn
Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass die bisherigen Maßnahmen Wirkung zeigen. Zwar liegen die Preise in Österreich über dem EU-Schnitt, doch im direkten Vergleich mit dem Euroraum schneidet die Alpenrepublik gut ab. Aktuell kostet der Liter Euro-Super in Österreich rund 17,7 Cent weniger als im Schnitt der Euro-Länder, bei Diesel beträgt der Preisvorteil immerhin 5,7 Cent. Die stabilen Rahmenbedingungen tragen dazu bei, dass Österreich ein attraktives Pflaster für Pendler und Urlauber bleibt.
Schutz vor Preissprüngen am Nachmittag
Ein Kernbestandteil der Regelung ist die seit 2011 geltende „12-Uhr-Regel“. Tankstellenbetreiber dürfen Preiserhöhungen ausschließlich um Punkt Mittag vornehmen. Preissenkungen sind hingegen zu jeder Tages- und Nachtzeit erlaubt. Dieses System verhindert, dass Autofahrer mehrmals täglich mit wechselnden Tarifen konfrontiert werden. Die Planungssicherheit beim Tankstopp bleibt somit für weitere drei Jahre erhalten.
Erfolgsprojekt Spritpreisrechner
Ein wesentlicher Faktor für den fairen Wettbewerb ist der Spritpreisrechner, der von der E-Control im Auftrag des Ministeriums betrieben wird. Alle Tankstellenbetreiber sind gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Preise in Echtzeit einzumelden. Dieses Modell hat international Vorbildcharakter. Während Deutschland und Frankreich bereits ähnliche Systeme eingeführt haben, wird in Großbritannien derzeit noch über eine Umsetzung nach österreichischem Vorbild diskutiert.
Die Verlängerung der Verordnungen bis zum 01.01.2026 ist ein wichtiges Signal für die Kaufkraft der Österreicher. Durch die Kombination aus Preisdeckelung beim Erhöhungszeitpunkt und digitaler Vergleichbarkeit via E-Control bleibt der Druck auf die Mineralölkonzerne hoch. Für die Autofahrer bedeutet das: Transparenz auf Knopfdruck und Schutz vor Willkür an der Zapfsäule.
Quelle „heute.at“
Österreich gibt Gas bei der Preistransparenz.