Ein Großeinsatz der Wiener Polizei sorgte am Mittwochnachmittag im Bereich des Donauzentrums für Aufsehen. Ein 17-jähriger syrischer Staatsangehöriger soll zwei Jugendliche auf offener Straße mit einer Pistole bedroht haben. Aufmerksame Zeugen reagierten sofort und wählten den Notruf, was eine schnelle Fahndung im dicht besiedelten 22. Wiener Gemeindebezirk auslöste.
Spektakuläre Flucht durch die U-Bahn-Station
Zahlreiche Einsatzkräfte, darunter Beamte der Polizeiinspektion Rudolf-Nurejew-Promenade sowie die Polizeidiensthundeeinheit, nahmen umgehend die Verfolgung auf. Der Verdächtige versuchte, sich dem Zugriff zu entziehen, und rannte quer durch die U1-Station Kagran. Ein Video eines Leserreporters dokumentierte die Verfolgungsjagd, die jedoch bereits am Dr.-Adolf-Schärf-Platz ein jähes Ende fand. Die Polizisten konnten den Jugendlichen nach nur wenigen Metern stellen und festnehmen.
Waffenfund im Untergeschoß einer Tiefgarage
Bei der ersten Durchsuchung des 17-Jährigen fanden die Beamten ein Magazin samt scharfer Munition. Die eigentliche Tatwaffe blieb zunächst verschwunden. Im Zuge der Einvernahme zeigte sich der junge Mann jedoch kooperativ und führte die Ermittler in das dritte Untergeschoß einer nahegelegenen Tiefgarage. Dort hatte er die Waffe unter einem geparkten Auto versteckt. Eine technische Überprüfung ergab, dass es sich um eine Gaspistole handelte.
Drogenbesitz und fragwürdiges Motiv
Neben der Beweissicherung der Waffe stießen die Beamten bei dem Beschuldigten auf eine geringe Menge Cannabisharz. Zu seinem Motiv befragt, gab der 17-Jährige an, er habe sich von einer Gruppe aus acht bis zehn Personen bedroht gefühlt und die Pistole zur Verteidigung gezogen. Die Polizei arbeitet nun unter Hochdruck daran, die Identität der mutmaßlichen Opfer zu klären, die nach dem Vorfall nicht mehr vor Ort waren.
Der Vorfall zeigt die schnelle Reaktionsfähigkeit der Wiener Sicherheitsbehörden im öffentlichen Raum. Trotz des Fluchtversuchs durch belebte Verkehrsknotenpunkte konnte der Verdächtige dank Zeugenhinweisen und Videoüberwachung rasch dingfest gemacht werden. Die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen der Auseinandersetzung dauern an.
Quelle „heute.at“
Wien bleibt sicher durch schnelle Hilfe und wachsame Augen.