Die Idylle in Salzburg trügt. Hinter den Fassaden der Mozartstadt braut sich ein Sturm auf dem Immobilienmarkt zusammen, der Wohnungssuchende und Experten gleichermaßen in Alarmbereitschaft versetzt. Eine neue Studie im Auftrag der Wirtschaftskammer Salzburg zeichnet ein düsteres Bild für die kommenden Jahre.
Dramatischer Rückgang ab 2028

Aktuell wirkt die Lage oberflächlich betrachtet noch stabil. Im laufenden Jahr werden landesweit rund 1.900 Wohneinheiten fertiggestellt. Doch die Pipeline für die Zukunft trocknet zusehends aus. Studienautor Alexander Bosak warnt vor einer gefährlichen Entwicklung: Ab dem Jahr 2028 droht das Angebot an neuem Wohnraum drastisch einzubrechen. Die Prognosen gehen davon aus, dass sich die Zahl der Fertigstellungen innerhalb von nur zwei Jahren halbieren wird.

Preistreiber Angebotsmangel

Wenn das Angebot sinkt, während die Nachfrage in einer attraktiven Region wie Salzburg ungebrochen hoch bleibt, ist die Konsequenz mathematische Gewissheit: Die Preise werden weiter steigen. Dies betrifft sowohl den Mietsektor als auch das Eigentum. Besonders prekär ist die Situation für junge Menschen und Familien, die auf der Suche nach den derzeit besonders begehrten Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen sind.

Hürden bei der Finanzierung

Zusätzlichen Druck übt die restriktive Kreditvergabe aus. Roman Oberndorfer, Branchenvertreter der Immobilien- und Vermögenstreuhänder, weist darauf hin, dass das Ende der offiziellen KIM-Verordnung in der Realität kaum Entlastung gebracht hat. Die Banken agieren weiterhin nach den strengen alten Mustern, verlangen hohe Eigenmittelquoten und prüfen die Leistbarkeit der Raten extrem genau. Der Weg in die eigenen vier Wände bleibt für viele Salzburger damit trotz theoretischer Lockerungen versperrt.

Fokus auf gemeinnützigen Wohnbau

Stephan Gröger von den gemeinnützigen Bauvereinigungen betont die Wichtigkeit leistbarer Alternativen. Mit Startmieten zwischen 6,80 Euro und 7,50 Euro pro Quadratmeter bilden die Gemeinnützigen zwar einen wichtigen Anker, doch auch sie sind von der Baukonjunktur und vor allem von der Dotierung der Wohnbauförderung abhängig. Ohne ausreichend gefüllte Fördertöpfe lässt sich der drohende Leerlauf bei den Baustellen nicht verhindern.

Salzburg steuert auf einen massiven Versorgungsengpass zu. Wenn der Neubau wie prognostiziert ab 2028 einbricht, wird Wohnen in der Region zum absoluten Luxusgut. Um eine soziale Schieflage zu verhindern, sind nun Politik und Finanzwirtschaft gefordert, Anreize für Bauherren zu schaffen und den Zugang zu Krediten realitätsnah zu gestalten.

Izvor „heute.at“

Salzburg baut ab statt auf.

Von admin

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