Ein lauter Knall, beunruhigende Schreie und fliegende Glasflaschen hielten die Bewohner eines Mehrparteienhauses in der Leopoldauer Straße in Atem.
Was am späten Freitagabend in Wien-Floridsdorf als Ruhestörung begann, entwickelte sich rasch zu einem hochgefährlichen Großeinsatz für die Wiener Polizei. Am Ende musste die Spezialeinheit WEGA anrücken, um die Situation unter Kontrolle zu bringen.
Lärm im Gemeindebau ruft Polizei auf den Plan
Gegen 22:45 Uhr wurde die Idylle im Floridsdorfer Wohnhaus jäh unterbrochen. Ein Bewohner fiel durch massiven Lärm auf. Er schrie lautstark herum und hämmerte mit voller Wucht gegen die Wände seiner eigenen Wohnung. Besorgte Anrainer zögerten nicht lange und wählten den Notruf der Polizei, da sie eine akute Gefährdung befürchteten.
Todesdrohungen und Flaschenwürfe gegen Beamte
Als die alarmierten Streifenpolizisten vor Ort eintrafen und den rabiaten Mieter dazu aufforderten, die Wohnungstür zu öffnen, schlug die Stimmung endgültig in blanke Aggression um. Der Mann weigerte sich nicht nur beharrlich, die Beamten hereinzulassen, sondern stieß auch massive Drohungen aus. Er kündigte mehrfach lautstark an, die Polizisten kurzerhand zu erschießen, sollten sie sich ihm weiter nähern.
Wenig später ließ der Randalierer seinen Worten erste gefährliche Taten folgen. Er öffnete ein Fenster und schleuderte Glasflaschen gezielt in Richtung der Einsatzkräfte, die sich vor dem Gebäude positioniert hatten. Die Beamten konnten den Wurfgeschossen im letzten Moment ausweichen und blieben glücklicherweise unverletzt.
Eliteeinheit WEGA stürmt die Wohnung
Angesichts der glaubhaften Waffendrohung und der unberechenbaren Gewaltbereitschaft wurde die Spezialeinheit WEGA angefordert. Die schwer bewaffneten Elitepolizisten fackelten nicht lange. Da der Zugang auf friedlichem Weg unmöglich war, öffneten sie die Wohnungstür gewaltsam und überwältigten den tobenden Mann in seinen eigenen vier Wänden.
Psychischer Ausnahmezustand führt in Justizanstalt
Bei dem festgenommenen Randalierer handelt es sich um einen 21-jährigen österreichischen Staatsbürger. Wie sich nach dem Zugriff herausstellte, befand sich der junge Mann offensichtlich in einem schweren psychischen Ausnahmezustand, was die extremen Aggressionen erklären dürfte. Nach einer ersten medizinischen und psychiatrischen Begutachtung ordnete die Staatsanwaltschaft Wien die Überstellung des 21-Jährigen in eine Justizanstalt an. Die Ermittlungen zum genauen Hintergrund des Vorfalls laufen.
Der Vorfall in Floridsdorf zeigt wieder einmal, wie unberechenbar und gefährlich der Alltag für Wiens Exekutivkräfte sein kann. Dank des raschen und professionellen Eingreifens der WEGA konnte eine potenzielle Tragödie verhindert werden. Für den jungen Mann gilt die Unschuldsvermutung, während er sich nun vor der Justiz für die schweren Drohungen verantworten muss.
Quelle „heute.at“
AustriaAktuell.at: Schnell, direkt und ganz nah am Geschehen in Ihrer Stadt.