Die heimischen Justizanstalten stehen unter massivem Druck. Neue Daten bringen nun Licht in die finanzielle Belastung und die prekäre Lage hinter Gittern.
Ein aktueller Gefängnisreport, der auf parlamentarischen Anfragen des FPÖ-Nationalrats und Justizwachebeamten Christian Lausch basiert, liefert brisante Einblicke in das österreichische Gefängniswesen.
Die nackten Zahlen der Belegung
Im vergangenen Jahr verbüßten insgesamt 18.812 verurteilte Straftäter ihre Strafen in den Justizanstalten sowie in forensisch-therapeutischen Einrichtungen der Republik. Ein Detail sorgt dabei für heftige politische Diskussionen: Nicht einmal die Hälfte der Insassen besaß einen österreichischen Reisepass.
Millionen für den Strafvollzug
Hinter schwedischen Gardinen fallen beachtliche Summen an. Die täglichen Kosten für die Unterbringung, Verpflegung und Betreuung summierten sich auf exakt 182,80 Euro netto pro Insasse. Auf das gesamte Jahr hochgerechnet ergibt dies eine enorme Summe, die das Justizbudget stark beansprucht.
Lockerungen und unbewachte Freigänge
Ein weiterer Schwerpunkt des Berichts liegt auf den gelockerten Haftbedingungen. Im Sinne der Resozialisierung gingen 2.566 Häftlinge unbewachten Außenarbeiten oder einer geregelten beruflichen Tätigkeit im Rahmen von Freigängen nach. Über 550 weitere Insassen erhielten klassische Ausgänge bewilligt.
Alarmierende Fluchtstatistik
Diese Freiheiten bergen jedoch ein beachtliches Risiko, wie die Statistik der Justiz schmerzhaft aufzeigt. Insgesamt 106 Insassen nutzten die gewährten Erleichterungen aus und kehrten nicht rechtzeitig oder gar nicht in ihre Zellen zurück. Während der Großteil wieder gefasst werden konnte, fahndet die Polizei derzeit noch immer nach 21 flüchtigen Personen im gesamten Bundesgebiet.
Scharfe Kritik aus der Politik
FPÖ-Mandatar Christian Lausch spart angesichts dieser Zahlen nicht mit deutlicher Kritik am aktuellen System. Er warnt davor, dass die Justizanstalten absolut am Anschlag und chronisch überbelegt seien. Dem wirke man nicht entgegen, indem man großzügig Ausgänge gewähre, die eine Flucht erst ermöglichen. Der hohe Anteil an ausländischen Staatsbürgern ist für ihn zudem ein klares Spiegelbild einer verfehlten Migrationspolitik.
Der neue Gefängnisreport deckt die enormen finanziellen und personellen Belastungen des österreichischen Strafvollzugs schonungslos auf. Die Balance zwischen notwendiger Resozialisierung durch Freigänge und der Sicherheit der Bevölkerung bleibt ein hochsensibler Drahtseilakt, der die Politik noch lange beschäftigen wird.
Quelle „heute.at“
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