Der Weltraum bietet in wenigen Jahren ein Spektakel, das Astronomen und Laien gleichermaßen in Staunen versetzen wird.
Der Asteroid (99942) Apophis steuert auf die Erde zu und wird am 13. April 2029 in einer Distanz an uns vorbeiziehen, die wissenschaftlich als absoluter Haarscharf-Kurs gilt. Besonders spannend für hiesige Himmelsbeobachter: Das Objekt wird voraussichtlich auch über Österreich mit bloßem Auge sichtbar sein.
Gigant aus dem All
Mit einer geschätzten Länge von 450 Metern und einem Durchmesser von etwa 340 Metern gehört Apophis zu den massiveren Brocken, die unser Sonnensystem durchqueren. Zum Vergleich: Er ist damit deutlich größer als der Stephansdom hoch ist. Trotz seiner imposanten Erscheinung und der bedrohlichen Einstufung in der Vergangenheit geben Experten mittlerweile Entwarnung. Berechnungen der NASA und internationaler Observatorien bestätigen, dass eine Kollision mit unserem Planeten für das Jahr 2029 ausgeschlossen werden kann.
Sichtbarkeit über Österreich
Das Ereignis gilt bereits jetzt als astronomisches Highlight des Jahrhunderts. Apophis wird der Erdoberfläche bis auf rund 31.750 Kilometer nahekommen. Damit unterbietet er sogar die Flughöhe vieler geostationärer Satelliten und ist der Erde zehnmal näher als der Mond. Aufgrund dieser extremen Nähe wird der Asteroid so hell leuchten, dass er in den Abendstunden über Europa als schnell wandernder Lichtpunkt wahrnehmbar sein wird. In Österreich wird man bei klarem Himmel keine teure Ausrüstung benötigen, um Zeuge dieses Vorbeiflugs zu werden.
Name mit düsterer Geschichte
Der Name des Himmelskörpers ist kein Zufall. In der ägyptischen Mythologie steht Apophis für den Gott des Chaos, der Finsternis und der Zerstörung. Popkultur-Fans kennen den Namen zudem als den ersten großen Antagonisten aus der Sci-Fi-Serie Stargate. Diese Namensgebung rührt daher, dass kurz nach seiner Entdeckung im Jahr 2004 tatsächlich eine geringe Wahrscheinlichkeit für einen Einschlag errechnet wurde, was ihm kurzzeitig den Ruf eines Planetenkillers einbrachte.
Einmalige Chance für die Forschung
Für die Wissenschaft ist der 13. April 2029 ein Glückstag. Noch nie konnte ein Objekt dieser Größenordnung aus einer derart kurzen Distanz beobachtet werden. Forscher erhoffen sich durch Radarmessungen und Teleskopaufnahmen neue Erkenntnisse über die Zusammensetzung von Asteroiden. Diese Daten sind essenziell, um zukünftige Abwehrmissionen zu planen, sollte tatsächlich einmal ein gefährliches Objekt auf direktem Kollisionskurs mit der Erde entdeckt werden.
Der Vorbeiflug von Apophis ist eine seltene Mischung aus wissenschaftlicher Sensation und visuellem Spektakel. Dass ein Objekt dieser Dimension die Erde so knapp passiert, ohne eine Gefahr darzustellen, bietet die perfekte Gelegenheit, die Dynamik unseres Sonnensystems hautnah zu erleben. Österreich liegt für dieses Ereignis in der ersten Reihe.
Quelle „heute.at“
Österreich blickt gebannt in die Sterne.
