Wolfgang Hattmannsdorfer/ © BKA PaulGruber
Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer setzt ein deutliches Zeichen gegen die Brüsseler Bürokratie.

Ab Montag fließen die ersten Millionen aus dem Industriestrombonus direkt an heimische Betriebe. Während das offizielle Okay der Europäischen Union weiterhin auf sich warten lässt, zieht die Bundesregierung die Reißleine, um den Industriestandort Österreich und tausende Arbeitsplätze proaktiv zu sichern.

Alleingang gegen die EU-Bürokratie

Der Geduldsfaden im Wirtschaftsministerium ist gerissen. Da sich die Freigabe aus Brüssel Woche um Woche verschiebt, öffnet Minister Wolfgang Hattmannsdorfer das Antragsportal nun eigenmächtig. Wer Europas Industrie stärken wolle, müsse schneller entscheiden, so der Minister. Mit dem Startschuss am Montag, dem 13. April, können Unternehmen die Förderung rückwirkend für das Jahr 2025 beantragen. Insgesamt stehen für die Jahre 2025 und 2026 stolze 150 Millionen Euro bereit.

Fokus auf den Industriestandort

Rund 60 Großbetriebe werden als Antragsteller erwartet. Das Ziel ist klar definiert: Die Sicherung von etwa 30.000 Arbeitsplätzen. Dabei geht es Hattmannsdorfer nicht nur um die großen Player, sondern um die gesamte Wertschöpfungskette. Wenn die energieintensive Industrie wankt, hängen auch tausende Zulieferer und damit die Lebensgrundlagen zahlreicher Familien im Land am seidenen Faden.

Strenge Kriterien für die Auszahlung

Um in den Genuss der Förderung zu kommen, müssen Betriebe klare Hürden nehmen. Die Unterstützung ist an Branchen wie die Papierherstellung oder die Stahlerzeugung gebunden. Ein jährlicher Stromverbrauch von mindestens einer Gigawattstunde sowie ein zertifiziertes Energiemanagementsystem sind Pflicht. Neu ist die strikte Zweckbindung: 80 Prozent der erhaltenen Fördersumme müssen zwingend in Maßnahmen zur Energieeffizienz reinvestiert werden.

Langfristige Strategie bis 2035

Der aktuelle Vorstoß ist nur der Anfang einer umfassenden Industriestrategie. Das Wirtschaftsministerium plant bereits die Verlängerung des Bonus bis zum Jahr 2029. In Kombination mit dem ab 2027 geplanten Industriestrompreis sollen dann jährlich 250 Millionen Euro zur Entlastung bereitstehen. Damit will man der schleichenden Deindustrialisierung dauerhaft die Stirn bieten und Planungssicherheit für den Standort schaffen.

Österreich beweist Handlungsfähigkeit in einer kritischen wirtschaftlichen Phase. Durch den mutigen Schritt von Wolfgang Hattmannsdorfer wird der industrielle Kern des Landes gestärkt, bevor die europäische Verwaltung die heimische Wettbewerbsfähigkeit ausbremst. Die Koppelung an Effizienzmaßnahmen sorgt zudem dafür, dass die Gelder nachhaltig investiert werden.

Quelle „heute.at“

Starke Industrie für ein starkes Österreich

Von admin

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