Ein mutmaßlicher Kriminalfall in Oberösterreich beschäftigt die Ermittlungsbehörden.
Eine 39-jährige Mutter soll über einen längeren Zeitraum von ihrem Ehemann betäubt und anderen Männern zum sexuellen Missbrauch überlassen worden sein. In der Nacht vom 25. auf den 26. Juni verstarb die Frau.
Ermittlungen nach mutmaßlichem Missbrauch
Der 51-jährige Ehemann sowie ein gleichaltriger Beschuldigter aus der Nachbarschaft befinden sich in Untersuchungshaft. Den Ermittlungen zufolge soll der Ehemann für die Taten teilweise 500 Euro verlangt haben. Gegen weitere Verdächtige wird ermittelt. Für sämtliche Beschuldigte gilt die Unschuldsvermutung.
Ausgangspunkt des Einsatzes war ein Notruf aus einem Reihenhaus in Marchtrenk. Dort trafen die Einsatzkräfte von Rettung und Polizei auf den 51-jährigen Ehemann und die jugendliche Tochter des Paares. Die Tochter hatte ihre Mutter leblos im Wasserbett aufgefunden, als sie ihr ein Mobiltelefon bringen wollte. Um 0.44 Uhr wurde der Tod der 39-Jährigen festgestellt.
Spurensuche und digitale Daten
Der Ehemann wies zum Zeitpunkt des Polizeieinsatzes einen Alkoholgehalt von 1,88 Promille auf und gab gegenüber den Ermittlern an, es handle sich um einen Unfall bei einvernehmlichem, hartem Sex. Da die Behörden zunächst nicht von einer vorsätzlichen Tötung ausgingen, verblieb der Mann vorerst auf freiem Fuß. Die anschließende Obduktion ergab jedoch massive Verletzungen, woraufhin die Ermittlungen intensiviert wurden.
Im Zuge der weiteren Nachforschungen stellte sich heraus, dass der 51-Jährige nach dem Tod seiner Frau das Wasserbett entsorgte und eine Anwendung von seinem Mobiltelefon löschte. Zudem ergab die Auswertung der Internet-Suchhistorie, dass der Mann einen Tag vor dem Tod seiner Frau nach Möglichkeiten suchte, wie man Personen mit Hausmitteln betäuben kann.
Chats belasten Beschuldigte
Die Auswertung der digitalen Nachrichten zwischen dem Ehemann und dem 51-jährigen Nachbarn enthüllte Absprachen über den Missbrauch der Frau. In den Chats schrieb der Ehemann unter anderem, dass er seine Frau abfüllen werde und sie bei den Taten nicht freiwillig mitmache. Der Nachbar bedankte sich in den Nachrichten für den Zugriff, worauf der Ehemann ankündigte, sie bei Verfügbarkeit von K.O.-Tropfen regelmäßig zur Verfügung zu stellen.
In der Nacht vor dem Tod der Frau wurden erneut Nachrichten ausgetauscht. Der Ehemann verschickte Fotos, die seine offenbar bewusstlose Frau zeigten, und vereinbarte ein Treffen mit dem Nachbarn. Ein geplanter Missbrauch durch einen dritten Mann wurde nach vorliegenden Informationen nicht umgesetzt.
Untersuchungshaft und weitere Ermittlungen
Die Ermittlungen in dem Fall sind noch nicht abgeschlossen. Neben den beiden in Untersuchungshaft sitzenden Männern stehen weitere Verdächtige im Visier der Behörden. Für alle Beteiligten gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.
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Quelle: Kronen Zeitung / Heute
