Nach dem Teileinsturz eines Wohnhauses in der Färbergasse in der Wiener Inneren Stadt gibt die Baubehörde MA 37 neue Informationen zum Objekt bekannt.
Für das Gebäude war im vergangenen Jahr ein Dachgeschoss-Ausbau bewilligt worden, als Baubeginn wurde der 31. August 2026 gemeldet.
Die Ermittlungen zur Ursache des Unglücks laufen weiter. Sonntagabend waren in dem Haus mehrere Decken eingebrochen.
Fehlende Kontrolle der Bauinspektion
Im Rahmen der Bauanzeige sei ordnungsgemäß ein Prüfingenieur bekannt gegeben worden, heißt es von der MA 37. Eine Kontrolle der Bauinspektion sei bei der Liegenschaft allerdings noch ausständig gewesen. Laut einer Sprecherin der Behörde wurden bis dahin lediglich kleinere Arbeiten wie die Entfernung des Fußbodens im Erdgeschoss durchgeführt.
Ob ein Zusammenhang zwischen den Bauarbeiten und dem Einsturz besteht, ist derzeit offen. Die MA 37 verweist bezüglich der Ursache auf die laufenden Ermittlungen. Seitens der Polizei wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Gemeingefährdung ermittelt.
Baufirma muss Sicherungskonzept vorlegen
Die polizeiliche Sperre rund um das Gebäude wurde aufgehoben. Aufrecht bleibt jedoch eine baubehördliche Sperre beim Durchgang im Ledererhof sowie vor der Adresse Ledererhof 9. Die vor Ort beschäftigte Baufirma wurde von der Behörde ersucht, ein abgestimmtes Sicherungskonzept zu erstellen. Erst nach dessen Umsetzung können die Sperren aufgehoben und der Durchgang im Ledererhof wieder freigegeben werden.
Drei Personen im Krankenhaus
Das Unglück ereignete sich gegen 22.30 Uhr. Insgesamt 17 Personen wurden von der Berufsrettung betreut, da viele Bewohner nach der massiven Staubentwicklung über Atembeschwerden klagten. Drei Personen mussten in ein Krankenhaus gebracht werden.
Besonders schwer traf es eine 57-jährige Bewohnerin, die unter den Trümmern verschüttet wurde. Zwei Spezialkräfte der Seiltechnik-Einsatz-Gruppe versorgten die Frau während der mehrstündigen Bergung direkt in den Trümmern. Sie erlitt mehrere Frakturen sowie Prellungen und wurde nach der Rettung im stabilen Zustand in einen Schockraum gebracht. Ihr 60-jähriger Ehemann stürzte beim Einsturz zwei Stockwerke in die Tiefe und erlitt Prellungen sowie Abschürfungen. Eine 88-jährige Frau wurde aufgrund von Atembeschwerden ebenfalls in eine Klinik eingewiesen.
Quelle „heute.at“
AustriaAktuell – Immer gut informiert.
