Mit einer Rede von Parteichefin Leonore Gewessler im Wiener Marx-Palast sind die Grünen am Dienstagnachmittag in ihre fünfwochige Herbstkampagne gestartet.
Bei der Veranstaltung in Wien-Landstraße schoss sich Gewessler scharf auf die FPÖ und deren Obmann Herbert Kickl ein. Zugleich kündigte die Partei direkte Haustür-Gespräche an, um die Menschen von ihren Anliegen zu überzeugen – darunter die Forderungen nach einer sicheren Stromversorgung und dem Schutz von Frauen vor Gewalt.
Scharfe Attacken gegen die FPÖ
Gewessler verglich die Umfragewerte der Freiheitlichen mit dem jüngsten Wahlergebnis der AfD in Sachsen-Anhalt. Dort habe die AfD vor zwei Wochen 43,8 Prozent erreicht, während die FPÖ bei fast 40 Prozent stehe. „Die FPÖ nährt sich vom Leid der Leute. Herbert Kickl ist der Politiker, der sich bei jeder schlechten Nachricht die Hände reibt“, attackierte die Grünen-Chefin den FPÖ-Obmann. Sie warf Kickl vor, Verachtung für die Menschen zu zeigen und etwa die Zahl der Hitzetoten kleinzureden, statt den Hinterbliebenen zu trösten. Wer die FPÖ wähle, bekomme weder eine freie Justiz noch freie Medien oder günstige Energie. Die FPÖ sei nicht die Partei des kleinen Mannes, sondern „nur die Partei mit dem kleinen Herzen. Klein und kalt.“
Kritik an SPÖ und ÖVP
Neben der FPÖ bekamen auch die beiden Regierungsparteien ihr Fett ab. Der SPÖ warf Gewessler vor, so oft umzufallen, dass man „am liebsten Stützradeln anschrauben“ würde. Bei der ÖVP habe man hingegen das Gefühl, sie komme nur ins Büro, „um ein Blattl vom Kalender abzureißen“ und den Tag hinter sich zu bringen. Die Regierung verwalte nur den Niedergang, während die FPÖ lediglich abwarten müsse. In Richtung der Volkspartei fragte sie, wer nach der nächsten Wahl dem Kickl „das Stockerl hinstellen und den Schlüssel zum Kanzleramt übergeben“ werde.
Grüne sehen sich als einzige Alternative
Gewessler präsentierte die Grünen als die „einzige Alternative“ im kommenden „Kampf gegen Kickl“. Die Entscheidung laute: „Wir – oder ein Österreich, in dem die rechten Schlägertypen an die Macht kommen.“ Damit spielte sie auf die aus ihrer Sicht unzureichende Distanzierung Kickls von den rechtsextremen Identitären an.
Im Anschluss an die Auftaktveranstaltung schwärmten die Grünen in Wien-Landstraße zu ihrer Haustür-Tour aus. Weitere Großveranstaltungen der Herbstkampagne sind für den 29. September in Innsbruck und den 30. September in Linz geplant.
Quelle „heute.at“
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