Die Zahl der beim AMS gemeldeten Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer ist in Österreich seit 2016 leicht gesunken. Hinter dieser Entwicklung zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede zwischen österreichischen und ausländischen Staatsbürgern.
Eine Auswertung von Daten des Arbeitsmarktservice (AMS) über die vergangenen zehn Jahre zeigt eine gegenläufige Entwicklung: Während die Zahl der arbeitslosen Österreicher zurückging, stieg jene der Menschen ohne österreichische Staatsbürgerschaft deutlich an.
Im September 2016 waren österreichweit insgesamt 391.939 Personen arbeitslos gemeldet oder in Schulung. Im September 2026 lag die Zahl bei 381.159. Das entspricht einem Rückgang von 2,8 Prozent.
Bei österreichischen Staatsbürgern sank die Zahl der Betroffenen um 51.315 auf 223.106 Personen. Das ist ein Minus von 18,7 Prozent gegenüber 2016.
Anders entwickelte sich die Situation bei ausländischen Staatsbürgern. Im September 2026 waren 158.053 Menschen dieser Gruppe beim AMS als arbeitslos gemeldet oder in Schulung. Gegenüber September 2016 bedeutet das einen Anstieg um 40.535 Personen beziehungsweise 34,5 Prozent.
Syrer führen die Statistik an
Bei der Aufschlüsselung nach Staatsangehörigkeit liegen Syrer an erster Stelle. Im September 2026 waren 18.430 Personen aus Syrien betroffen. Gegenüber 2016 entspricht das einem Anstieg von 51,8 Prozent.
Auf Platz zwei folgen türkische Staatsbürger mit 14.007 Betroffenen. Ihre Zahl sank im Zehnjahresvergleich um 5,7 Prozent. Danach kommen Rumänen mit 13.133 Personen, ein Plus von 79,3 Prozent, sowie Serben mit 11.781 Personen. Bei Letzteren wurde ein Rückgang um 4,5 Prozent verzeichnet.
Deutlich gestiegen ist die Zahl bei ukrainischen Staatsbürgern: Mit 9.476 Betroffenen liegt sie um 1.214,3 Prozent über dem Wert von 2016. Bei Deutschen wurden 9.402 Personen und ein Plus von 27 Prozent registriert. Afghanische Staatsbürger kamen auf 9.089 Betroffene, ein Anstieg um 75,6 Prozent.
Zu den weiteren Nationalitäten unter den zehn größten Gruppen zählen Ungarn mit 7.972 Personen und einem Plus von 50,9 Prozent sowie Kroaten mit 6.591 Personen und einem Anstieg von 41 Prozent.
Auch bei weiteren Staatsangehörigkeiten zeigen sich unterschiedliche Entwicklungen. Die Zahl der betroffenen Bosnier lag bei 5.845, jene der Russen bei 5.143. Bei Polen wurden 4.407 Personen gezählt, bei Bulgaren 4.317, bei Slowaken 3.890 und bei Iranern 2.726.
Wien weist den höchsten Anteil auf
Auch der Anteil ausländischer Staatsbürger an allen beim AMS arbeitslos gemeldeten Personen und Schulungsteilnehmern hat sich verändert. Österreichweit lag er im September 2026 bei 41,5 Prozent. Zehn Jahre zuvor waren es 30 Prozent gewesen.
Besonders hoch ist der Anteil in Wien. Dort hatten 53,6 Prozent der betroffenen Personen keine österreichische Staatsbürgerschaft. Im September 2016 waren es noch 41,7 Prozent gewesen.
Vorarlberg lag bei 40,2 Prozent, verglichen mit 29,9 Prozent im Jahr 2016. In Salzburg betrug der Anteil 39,9 Prozent, nach 30,2 Prozent zehn Jahre zuvor. Tirol kam auf 36,8 Prozent, Oberösterreich auf 36,4 Prozent und die Steiermark auf 35,4 Prozent.
Niedrigere Werte verzeichneten Niederösterreich mit 27,3 Prozent, Kärnten mit 26,2 Prozent und das Burgenland mit 23,9 Prozent. Auch in diesen Bundesländern lag der Anteil über dem jeweiligen Vergleichswert von 2016.
Die Zahlen zeigen damit zwei unterschiedliche Entwicklungen am österreichischen Arbeitsmarkt: Insgesamt ist die Zahl der Arbeitslosen und Schulungsteilnehmer seit 2016 leicht zurückgegangen, während die Zahl der Betroffenen ohne österreichische Staatsbürgerschaft deutlich gestiegen ist. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern und den einzelnen Staatsangehörigkeiten fallen dabei erheblich aus.
Quelle „heute.at“
Arbeitsmarkt im Wandel – Zahlen zeigen unterschiedliche Entwicklungen.
