Ermittler stellten in Wien 30 Kilogramm Kokain und weitere 27 Kilogramm Cannabisharz sicher. Ein präpariertes Geheimfach in einer Mercedes S-Klasse spielte dabei eine zentrale Rolle.
Ein internationaler Drogenring ist ins Visier der Ermittler geraten, nachdem die Wiener Polizei einen umfangreichen Kokainfund gemacht hatte. Laut einem Bericht von „Heute“ wurden insgesamt 30 Kilogramm Kokain sichergestellt – der größte Kokainfund in Wien innerhalb der vergangenen zehn Jahre.
Ausgangspunkt der Ermittlungen waren Hinweise aus dem Umfeld eines bekannten Nachtlokals im zwölften Wiener Gemeindebezirk. Gäste sollen den Ermittlern berichtet haben, dass dort neben alkoholischen Getränken auch Kokain verkauft werde. Das Lokal stand demnach im Verdacht, als Zentrale eines international agierenden Drogenrings zu dienen.
Verdächtiger soll aus dem Balkan beliefert worden sein
Die Ermittler nahmen laut Bericht einen 43-jährigen Serben ins Visier. Er soll von einem 32-jährigen Kroaten professionell mit größeren Drogenmengen aus dem Balkan versorgt worden sein.
Für seine mutmaßlichen Geschäfte hatte der 43-Jährige demnach eine Wohnung und eine Garage in einem Mehrparteienhaus in Wien-Liesing angemietet. Dort war er offiziell nicht gemeldet.
Am 16. Jänner kam es zum Zugriff, als eine weitere Drogenlieferung eintraf. Nach Angaben der Ermittler soll sich der Verdächtige bereits nervös vor der Garage aufgehalten und gleichzeitig mehrere Mobiltelefone benutzt haben.
Kurz darauf traf das Lieferfahrzeug ein: eine Mercedes S-Klasse mit deutschem Kennzeichen. In der Rückbank war ein verstecktes Fach eingebaut, das sich laut Bericht nur mit einem Magneten öffnen ließ. Der mutmaßliche Lieferant lotste das Fahrzeug in die Garage, um die Übergabe vor neugierigen Blicken abzuschirmen.
Obwohl sich dort rund 50 weitere Stellplätze befanden, gelang es den Beteiligten offenbar, das Kokain unauffällig auszuladen und in die Wohnung zu bringen.
Weitere Drogen im Auto entdeckt
Beim Polizeieinsatz wurden zunächst 20 Kilogramm Kokain sichergestellt. Weitere zehn Kilogramm befanden sich in dem präparierten Mercedes. Das Fahrzeug war zu diesem Zeitpunkt bereits in Richtung Slowenien unterwegs. Beamte stoppten es kurz vor der Grenze.
Bei der ersten Durchsuchung blieb das restliche Kokain offenbar unentdeckt. Im Auto befand sich auch eine komplette Skiausrüstung, die nach Darstellung des Berichts von den eigentlichen Transportzwecken ablenken sollte. Erst forensische Spezialisten fanden die weiteren Drogen.
Im Zuge des Einsatzes wurden außerdem ein 39-jähriger Serbe und ein 36-jähriger Iraker festgenommen. Über diese beiden Männer kamen die Ermittler auch einem 31-jährigen Österreicher auf die Spur, der mit Cannabisharz gehandelt haben soll. Bei Durchsuchungen stellten die Beamten 27 Kilogramm davon sicher.
Ermittlungen wegen Gewaltdelikten
Gegen einen weiteren, 38-jährigen Österreicher wurde zunächst ebenfalls wegen Suchtgiftdelikten ermittelt. Später wurde laut Bericht bekannt, dass er seine Ex-Frau gestalkt und mit dem Mord bedroht haben soll.
Die Beamten entschieden daraufhin, die Suchtgiftermittlungen vorerst zurückzustellen, um eine mögliche Gewalttat zu verhindern. Gemeinsam mit dem Landeskriminalamt Wien nahmen sie den Mann wegen der Gewaltdelikte fest. Außerdem wurden seine Schusswaffe und die dazugehörige Munition sichergestellt.
Major Christoph Hackl lobte laut „Heute“ die Ermittlungsarbeit und die Zusammenarbeit mit der Landesorganisation der Steiermark.
Der Fall umfasst damit mehrere mutmaßliche Straftaten, unterschiedliche Verdächtige und umfangreiche Sicherstellungen. Die Vorwürfe gegen die Beschuldigten sind im Rahmen der weiteren Ermittlungen und eines allfälligen Strafverfahrens zu beurteilen.
Quelle „heute.at“
AustriaAktuell.at – Wenn Ermittlungen Spuren hinterlassen.
