Christian Stocker /©Florian Schrötter
Ein Jahr nach seiner Rückenoperation blickt Bundeskanzler Christian Stocker im Interview mit dem „KURIER“ auf eine politisch und gesundheitlich herausfordernde Zeit zurück.

Neben persönlichen Erfahrungen mit der Skepsis gegenüber erkrankten Politikern äußerte sich der ÖVP-Chef zur Zusammenarbeit in der Dreierkoalition, zu steuerpolitischen Differenzen sowie scharf zur Opposition.

Gerüchte nach Operation

Im Nachhinein zeigte sich Stocker überrascht über den harten Umgang der Öffentlichkeit mit seiner gesundheitlichen Auszeit. Nach dem Eingriff vor exakt einem Jahr hätten sich schnell Gerüchte verbreitet, wonach er gar nicht mehr in die Politik zurückkehren oder im Rollstuhl sitzen werde. Tatsächlich habe er lediglich längeres Stehen und Sitzen vermeiden müssen und kurzzeitig virtuell an Regierungssitzungen teilgenommen.

Klare Kante bei Steuern und Absage an Kickl

Angesprochen auf die Regierungsarbeit der Dreierkoalition betonte der Kanzler, dass es unter seiner Führung keine neuen Vermögens- oder Erbschaftssteuern geben werde, obwohl Koalitionspartner wie Finanzminister Markus Marterbauer dafür offenstehen. Marterbauer absolviert derzeit die letzte Phase einer Chemotherapie, wobei Stocker die disziplinierte Leistung des Finanzministers hervorhob.

Besonders scharf ins Gericht ging der Bundeskanzler mit FPÖ-Chef Herbert Kickl. Kickl habe nach der letzten Nationalratswahl die Verantwortung verweigert und sich bewusst für die Opposition entschieden. Stocker warf der FPÖ eine „Lust am Zerschlagen“ sowie eine Nähe zur Autokratie vor und warnte vor gezielter Polarisierung.

Die Stabilität der Regierung sieht Stocker trotz unterschiedlicher Positionen gewahrt, während bei anstehenden Vorhaben wie der Wehrdienstreform nun das Parlament am Zug ist.

Ein stabiler Kurs erfordert Einigkeit im Regierungsalltag statt reiner Blockade im politischen Wettbewerb.

Quelle „heute.at“

Von admin

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