Pflanzliche Inhaltsstoffe aus Heidelbeeren und Cranberrys könnten dazu beitragen, die Alterung von Zellen zu verlangsamen und die Entwicklung von Fibrose zu beeinflussen.
Zu diesem Ergebnis kommt eine Forschungsarbeit von Wissenschaftlern der Staatlichen Universität Surgut und des Nationalen Zentrums für Biotechnologie Kasachstans.
Besonders deutlich zeigte sich der untersuchte Effekt bei Heidelbeeren. Das erklärte Ljudmila Kovalenko, Direktorin des Medizinischen Instituts der Universität Surgut. Über die Ergebnisse berichtete die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti.

Für die Untersuchung analysierten die Forscher Beeren, die in der Region Surgut im Norden Russlands angebaut wurden. Im Mittelpunkt standen sogenannte Polyphenole. Dabei handelt es sich um pflanzliche Verbindungen, die Pflanzen unter anderem vor Schädlingen, Krankheiten und ultravioletter Strahlung schützen. Darüber hinaus verfügen sie über antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften.
Möglicher Einfluss auf die Fibrose
Die Wissenschaftler stellten fest, dass die in Heidelbeeren und Cranberrys enthaltenen Verbindungen das Potenzial haben, Prozesse der Zellalterung sowie die Entstehung von Fibrose zu beeinflussen.
Bei einer Fibrose wird gesundes Gewebe zunehmend durch narbenähnliches Gewebe ersetzt. Betroffen sein können verschiedene Organe, darunter Lunge, Leber, Nieren, Herz und Darm.
Nach Angaben von Kovalenko deuten die Untersuchungsergebnisse darauf hin, dass Polyphenole möglicherweise dazu beitragen könnten, das Risiko einer Fibrose zu verringern und deren Fortschreiten zu verlangsamen. Besonders interessant sei dieser Ansatz im Zusammenhang mit Lungenfibrose.
Weitere Forschung soll Potenzial erschließen
Die Forscher sehen in den Ergebnissen eine mögliche Grundlage für die Entwicklung funktioneller Lebensmittel. Langfristig könnten die gewonnenen Erkenntnisse auch für die Entwicklung von Medikamenten zur Behandlung von Fibrose von Bedeutung sein.
Die Untersuchung entstand im Rahmen des Projekts „Biomedizinische Lösungen für personalisierte Medizin“ der Staatlichen Universität Surgut. Veröffentlicht wurden die Ergebnisse im wissenschaftlichen Fachjournal Biomedicines.
Die Studie zeigt damit, dass bestimmte Pflanzenstoffe aus Heidelbeeren und Cranberrys für die medizinische Forschung interessant sein könnten. Ob daraus tatsächlich neue Behandlungsmöglichkeiten entstehen, müssen weitere Untersuchungen zeigen.
Quelle „euronews.rs“
Manchmal steckt in kleinen Beeren großes Forschungspotenzial.
