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Montenegro steht vor dem Abschluss der EU-Beitrittsverhandlungen. Brüssel will das Verfahren beschleunigen, doch die endgültige Entscheidung liegt bei den Mitgliedstaaten.

Montenegro könnte bereits 2028 Mitglied der Europäischen Union werden. Nach Angaben eines hochrangigen EU-Vertreters hat das Westbalkan-Land sämtliche noch offenen Beitrittskriterien erfüllt. Die Einschätzung wurde am Mittwoch bei einem Hintergrundgespräch in Brüssel bekannt.

Damit rückt eine Erweiterung der EU von derzeit 27 auf 28 Mitgliedstaaten näher. Voraussetzung ist allerdings, dass die nächsten Schritte im vorgesehenen Zeitplan umgesetzt werden und die Mitgliedstaaten dem Beitritt zustimmen.

Beitrittsvertrag soll 2027 fertig werden

Noch im Laufe des Jahres 2026 sollen die letzten offenen Verhandlungskapitel abgeschlossen werden. Anschließend will die EU-Kommission die Arbeiten am Beitrittsvertrag bereits im Frühjahr 2027 beenden. Eine Unterzeichnung könnte im Sommer desselben Jahres erfolgen.

Wenn dieser Zeitplan eingehalten wird, wäre ein EU-Beitritt Montenegros im Jahr 2028 möglich. Aus Sicht der Kommission hat das Land die erforderlichen Voraussetzungen erfüllt. Ein hochrangiger EU-Vertreter bezeichnete Montenegro als bereit und erklärte, dass die Arbeit der Kommission damit abgeschlossen sei.

Nun ist der Rat der EU am Zug. Die Mitgliedstaaten müssen über den weiteren Weg entscheiden. Dabei ist der politische Prozess noch nicht frei von Hindernissen: Kroatien hatte zuletzt Vorbehalte gegen die Aufnahme Montenegros geäußert.

Österreich unterstützt die Erweiterung

Österreich spricht sich für einen EU-Beitritt der Westbalkan-Staaten aus. Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) hatte Montenegro bei einem Besuch im Küstenort Sveti Stefan vor rund zwei Wochen Unterstützung zugesichert.

Stocker bezeichnete Österreich damals als verlässlichen Partner des Westbalkans. Zugleich betonte er, dass für eine erfolgreiche Annäherung an die EU auch historische Gräben überwunden werden müssten.

Auch Albanien und Moldau kommen voran

Neben Montenegro macht auch Albanien Fortschritte auf seinem Weg in die Europäische Union. Nach Einschätzung des EU-Vertreters hat das Land bereits bedeutende Fortschritte erzielt. Die EU-Kommission plant, die noch offenen Verhandlungsbereiche im Jahr 2027 abzuschließen.

Dafür muss Albanien jedoch weitere Reformen umsetzen. Entscheidend seien die Aufrechterhaltung der Reformdynamik und ein inklusiver politischer Dialog.

Auch Moldau könnte in den kommenden Jahren einen wichtigen Schritt in Richtung EU-Mitgliedschaft machen. Laut EU-Kommission hat das Land bereits die Voraussetzungen erfüllt, um sämtliche noch offenen Verhandlungscluster zu eröffnen. Brüssel bescheinigt Moldau sehr substanzielle Fortschritte. Der Abschluss der Beitrittsverhandlungen ist nach den derzeitigen Plänen bis Anfang 2028 vorgesehen.

Für die Ukraine verfolgt die Kommission ebenfalls das Ziel, die Beitrittsverhandlungen bis Ende 2028 abzuschließen. Dafür sind weitere Reformen erforderlich, insbesondere bei der Rechtsstaatlichkeit und der Korruptionsbekämpfung.

Montenegro könnte damit zum nächsten Land werden, das den Weg in die Europäische Union erfolgreich abschließt. Ob der angestrebte Beitritt 2028 tatsächlich gelingt, hängt nun vor allem vom weiteren Verhandlungsverlauf und den Entscheidungen der EU-Mitgliedstaaten ab.

Quelle „heute.at“

Von admin

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