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Die Welle der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland und Österreich setzt sich auch 2025 mit alarmierender Wucht fort. Experten erwarten einen weiteren signifikanten Anstieg der Pleiten, getrieben durch anhaltend hohe Kosten, schwache Nachfrage und geopolitische Unsicherheiten.

Die Wirtschaft in Deutschland und Österreich steht weiterhin unter massivem Druck. Nach vorliegenden Prognosen von Wirtschaftsinformationsdiensten und Kreditversicherern wird die Zahl der Unternehmensinsolvenzen im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr weiterhin zunehmen.

Statistische Daten und Hochrechnungen deuten auf einen Anstieg der Firmenpleiten um rund sieben Prozent im Gesamtjahr 2025 im Vergleich zu 2024 hin, wobei manche Prognosen sogar noch pessimistischer ausfallen und ein höheres Plus vorhersagen.

Betroffene Branchen im Fokus

Besonders hart trifft es jene Sektoren, die bereits in den Vorjahren mit massiven Problemen zu kämpfen hatten:

  • Handel: Die gedämpfte Konsumstimmung und der harte Wettbewerb, insbesondere im Einzelhandel, führen zu zahlreichen Geschäftsaufgaben.
  • Baugewerbe: Hohe Zinsen, teure Baumaterialien und eine eingebrochene Nachfrage bei Wohnbauprojekten belasten die Bauwirtschaft stark.
  • Gastronomie und Beherbergung: Trotz leichter Erholung nach der Pandemie kämpfen viele Betriebe weiterhin mit gestiegenen Betriebskosten und Personalmangel.

Ursachen: Kosten, Nachfrage und globale Risiken

Die Gründe für die anhaltend hohe Pleitewelle sind vielschichtig:

  1. Hohe Betriebskosten: Energie- und Beschaffungskosten bleiben auf erhöhtem Niveau.
  2. Zinsbelastung: Die straffere Geldpolitik schlägt sich in höheren Finanzierungskosten nieder.
  3. Gedämpfte Nachfrage: Die schwächelnde Wirtschaft, insbesondere in der Eurozone (Deutschland), reduziert die Auftragslage und den Konsum.
  4. Geopolitische Unsicherheit: Globale Handelskonflikte und geopolitische Spannungen beeinträchtigen die Widerstandsfähigkeit vieler Unternehmen.

Rekordverdächtige Zahlen

Mit den erwarteten Zuwächsen steuert die Zahl der Insolvenzen in manchen Regionen auf Rekordwerte zu. Allein im ersten Halbjahr 2025 gab es bereits eine hohe Anzahl an Insolvenzen.

  • Im Durchschnitt mussten in den ersten Monaten des Jahres 2025 täglich etwa 19 bis 20 Unternehmen Insolvenz anmelden.
  • Auch die Passiva (Schulden), also die Höhe der betroffenen Gelder, sind aufgrund einiger Großinsolvenzen – zu denen auch weiterhin die Nachwirkungen der Signa-Gruppe zählen – auf hohem Niveau.

Die Insolvenzwelle ist noch lange nicht gebrochen. Der erwartete Anstieg der Firmenpleiten um sieben Prozent im Jahr 2025 ist ein deutliches Warnsignal für die gesamte Wirtschaft. Unternehmen sind dringend gefordert, ihre Risikokultur zu stärken und Ressourcen effizient einzusetzen, um diese herausfordernde Phase zu überstehen.

Die Wirtschaft kämpft ums Überleben – Sanierung ist das Gebot der Stunde.

Von admin

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