© Sebastian Philipp
Die Debatte um die Äußerungen zur Kinderbetreuung hält die österreichische Politik weiterhin in Atem.

Arbeiterkammerpräsidentin Renate Anderl findet nach den kontroversen Aussagen von Bundeskanzler Christian Stocker deutliche Worte. Gleichzeitig nimmt sie die internen Streitigkeiten der SPÖ in den Blick und fordert mehr Geschlossenheit innerhalb der eigenen Reihen.

Scharfe Reaktionen auf Kanzler-Sager

Während einer Sommertour in Salzburg hatte Bundeskanzler Christian Stocker mit der Formulierung, er sehe Kinderbetreuung nicht als Arbeit, eine Welle der Empörung ausgelöst. Obwohl Stocker seine Aussage nachträglich korrigierte und öffentlich als falsch bezeichnete, reicht diese Entschuldigung der AK-Präsidentin nicht aus. Im Ö1-Journal betonte Renate Anderl, dass Gesagtes bestehen bleibe und nun konkrete tatenorientierte Schritte der Politik folgen müssten. Kindererziehung sei unbezahlte, zeitintensive Arbeit, die nach wie vor zum überwiegenden Teil von Frauen geleistet werde.

Forderung nach Arbeitszeit-Aufstockung

Ein zentrales Anliegen der AK-Präsidentin betrifft die Lage von Frauen in Teilzeitbeschäftigung. Viele Arbeitnehmerinnen würden nicht freiwillig in reduzierten Stundenausmaßen verbleiben, obwohl sie regelmäßig Mehrarbeit verrichten. Um dieser strukturellen Benachteiligung entgegenzuwirken, fordert Anderl einen gesetzlichen Rechtsanspruch auf die Aufstockung der Arbeitszeit für Beschäftigte, die konstant mehr als die vereinbarten Stunden leisten.

Deutliche Worte zur Debatte in der SPÖ

Neben der Kritik am Bundeskanzler äußerte sich Renate Anderl auch zur innerparteilichen Dynamik der Sozialdemokratie. Der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil hatte angesichts schwacher Umfragewerte öffentlich Warnungen ausgesprochen und Parteichef Andreas Babler zum Handeln aufgefordert. Anderl kritisierte diese Form der medialen Austragung scharf und verwies darauf, dass strittige Themen intern im Bundesparteivorstand verhandelt gehören. Eine geschlossene Haltung aller neun Landesorganisationen sei entscheidend, um politische Inhalte wirksam zu vermitteln.

Die Aussagen von Renate Anderl verdeutlichen den doppelten Handlungsbedarf in der aktuellen politischen Landschaft. Während gegenüber der Bundesregierung um Kanzler Christian Stocker messbare Reformen bei der Anerkennung von Betreuungsarbeit und Arbeitszeitrechten eingefordert werden, bleibt innerhalb der SPÖ die geschlossene Zusammenarbeit die wesentliche Voraussetzung für künftigen politischen Erfolg.

Quelle“heute.at“

AustriaAktuell – Immer nah am Geschehen.

Von admin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert