Die Bundesregierung konkretisiert ihre Pläne zur Entlastung bei den täglichen Einkäufen. In der neuesten Ausgabe seines Podcasts „BMF.Geldanschauung“ gewährt Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) tiefe Einblicke in die bevorstehende Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel. Ab Juli soll der Steuersatz von derzeit zehn auf 4,9 Prozent halbiert werden.
Das 400-Millionen-Experiment
Für die Umsetzung dieser Maßnahme ist ein Budgetrahmen von 400 Millionen Euro vorgesehen. Marterbauer erklärt, dass im Finanzministerium derzeit unter Hochdruck berechnet wird, welche Produkte konkret in den „Billig-Warenkorb“ wandern können. Ziel ist es, die 400 Millionen Euro punktgenau dort einzusetzen, wo sie die Haushalte am stärksten entlasten. Die Gegenfinanzierung steht bereits: Neue Abgaben auf nicht recycelbares Plastik sowie auf Paketlieferungen aus Drittstaaten wie China sollen die nötigen Mittel in die Staatskasse spülen.
Datencheck mit Statistik Austria
Als Gast begrüßt der Minister Manuela Lenk, die Chefin der Statistik Austria. Sie liefert mit ihrem Haus die essenzielle Datenbasis für dieses Vorhaben. Durch die detaillierte Konsumerhebung kann das Ministerium exakt simulieren, welche Kosten eine Steuersenkung bei bestimmten Produktgruppen – etwa Brot, Milch oder Eier – verursachen würde. Ohne diese präzisen Zahlen, so Marterbauer, wäre eine zielgerichtete Politik in diesem Bereich gar nicht möglich.
Einblick in die Inflationsrechnung
Im Gespräch erläutert Lenk zudem, wie die Teuerungsrate in Österreich überhaupt ermittelt wird. Rund 4.000 Haushalte führen dafür zwei Wochen lang akribisch Buch über ihre Ausgaben. Diese Daten bilden die Gewichtung für den offiziellen Warenkorb des Verbraucherpreisindex. So wird sichergestellt, dass die Inflation die tatsächliche Lebensrealität der Menschen widerspiegelt.
Ungewöhnliche Karriere an der Spitze
Abseits der harten Zahlen wird es im Podcast persönlich. Manuela Lenk berichtet von ihrem unkonventionellen Werdegang. Mit 15 Jahren brach sie die Schule ab, nachdem sie drei Gymnasien verlassen musste. Es folgte eine Lehre zur Bürokauffrau und Arbeit in der Personalverrechnung. Erst über den zweiten Bildungsweg und ein Soziologiestudium fand sie ihren Weg zur Statistik Austria, wo sie sich von der Projektmitarbeiterin bis zur Behördenleiterin hocharbeitete.
Die geplante Mehrwertsteuersenkung nimmt Form an, wobei das Ministerium auf datenbasierte Präzision setzt statt auf Gießkannen-Politik. Die Verknüpfung von neuen Umweltabgaben und direkter Lebensmittel-Entlastung markiert einen strategischen Wendepunkt in der österreichischen Finanzpolitik.
Quelle „heute.at“
Zahlen schaffen Klarheit für Österreichs Zukunft.
