Ein gewöhnlicher Freitagabend vorige woche verwandelte sich für einen 36-jährigen Passanten am Wiener Franz-Josefs-Kai in einen Albtraum. Gegen 21:00 Uhr näherten sich vier Unbekannte ihrem Opfer hinterrücks.
Ohne Vorwarnung hagelte es Schläge und Tritte. Das Ziel der Aggressoren war das Mobiltelefon des Mannes, welches sie ihm gewaltsam entrissen. Der 36-Jährige blieb zunächst leicht verletzt am Boden zurück, während die Gruppe die Flucht in Richtung Schwedenplatz antrat.
Verfolgungsjagd bis zur Straßenbahn
Anstatt sich seinem Schicksal zu ergeben, bewies das Opfer bemerkenswerte Entschlossenheit. Er rappelte sich auf und nahm die Verfolgung der flüchtenden Bande auf. Diese versuchte, in eine am Schwedenplatz wartende Straßenbahn zu entkommen. Doch der 36-Jährige war schneller: Es gelang ihm, die Gruppe einzuholen und einen der mutmaßlichen Angreifer direkt aus der Garnitur der Straßenbahn zu zerren.
Bedrohung mit dem Messer
In der Folge kam es zu einem heftigen Gerangel zwischen dem Opfer und der Tätergruppe. Als die drei flüchtigen Komplizen bemerkten, dass ihr Verbündeter festgehalten wurde, zogen sie ein Messer und bedrohten den Mann massiv. Erst als couragierte Zeugen den Vorfall bemerkten und umgehend den Polizeinotruf verständigten, ließen die drei Bewaffneten von ihrem Vorhaben ab und flüchteten unerkannt in die Dunkelheit.
Festnahme eines Libyers
Die alarmierten Beamten des Stadtpolizeikommandos Innere Stadt waren rasch vor Ort und nahmen den vom Opfer festgehaltenen Mann vorläufig fest. Es handelt sich dabei um einen 32-jährigen libyschen Staatsangehörigen. Zwar konnte das geraubte Mobiltelefon bei ihm nicht sichergestellt werden, dafür entdeckten die Polizisten bei der Durchsuchung zwei mutmaßlich gestohlene Ausweise. Der Verdächtige wurde wegen schweren Raubes und Urkundenunterdrückung angezeigt.
Fahndung nach den Komplizen
Vom Rest der Gruppe fehlt bislang jede Spur. Das Landeskriminalamt Wien, Außenstelle Zentrum/Ost, hat die weiteren Ermittlungen übernommen. Gesucht werden drei Männer, die gemeinsam mit dem 32-Jährigen agiert haben. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Sachdienliche Hinweise werden unter der Telefonnummer 01 31310 62800 entgegengenommen.
Der Fall zeigt eine erschreckende Gewaltbereitschaft in der Wiener Innenstadt, aber auch das beherzte Eingreifen eines Opfers, das sich nicht einschüchtern ließ. Dank der schnellen Reaktion von Zeugen konnte zumindest einer der mutmaßlichen Räuber gefasst werden, während die Ermittlungen zu den Hintermännern auf Hochtouren laufen.
Quelle „heute.at“
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