Das neue Jahr bringt für Arbeitnehmer und Betriebe in Österreich tiefgreifende Veränderungen im Steuerrecht.
Während das Finanzministerium unter Minister Markus Marterbauer weiterhin einen strikten Sparkurs fährt, sollen gezielte Entlastungen bei der Mehrarbeit für neue Gerechtigkeit sorgen. Besonders wer an Feiertagen Dienst versieht, profitiert ab sofort massiv von den neuen Regelungen.
Volles Netto für Feiertagsarbeit
Die bedeutendste Neuerung betrifft die steuerliche Behandlung von Feiertagsdiensten. Wer an den insgesamt 13 gesetzlichen Feiertagen im Jahr 2026 arbeitet, darf sich über mehr Geld am Konto freuen. Seit dem 1. Jänner ist das Feiertagsarbeitsentgelt bis zu einem Betrag von 400 Euro pro Monat komplett steuerfrei. Davon profitieren vor allem die rund 500.000 Beschäftigten im Gesundheitswesen, der Pflege sowie im Tourismus, für die Dienst an freien Tagen zum Alltag gehört.
Höhere Freibeträge bei Überstunden
Auch für die breite Masse der Belegschaft gibt es gute Nachrichten beim Blick auf den Lohnzettel. Etwa zwei Drittel der österreichischen Angestellten leisten regelmäßig Mehrarbeit. Hier greift 2026 ein neuer Freibetrag für Überstunden in der Höhe von 170 Euro monatlich für bis zu 15 geleistete Extrastunden. Laut Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl setzt die Bundesregierung damit einen bewussten Impuls für Leistung und Beschäftigung.
Das Ende der Zettelwirtschaft an der Kassa
Beim täglichen Einkauf wird die Digitalisierung im Herbst 2026 für Kunden und Unternehmer spürbar. Ab Oktober wird der klassische Papierbeleg weiter zurückgedrängt. Die gesetzliche Belegerteilungspflicht gilt künftig auch dann als erfüllt, wenn das Unternehmen dem Kunden ermöglicht, den Beleg rein digital über ein Endgerät auszulesen. Die Wahlmöglichkeit zwischen Papier und digital bleibt im Sinne der Betrugsbekämpfung jedoch bestehen.
Jagd auf Steuerbetrüger finanziert Entlastung
Die Entlastungen für Arbeitnehmer kosten den Staat viel Geld, das an anderer Stelle wieder eingenommen werden muss. Das Finanzministerium plant durch ein massives Maßnahmenpaket Mehreinnahmen von rund 270 Millionen Euro. Im Fokus stehen dabei die effektive Bekämpfung von Scheinunternehmen und der verbesserte Datenaustausch bei der Besteuerung von Kryptowerten. Zudem wird der Vorsteuerabzug bei der Vermietung von Luxusimmobilien ab Herstellungskosten von 2 Millionen Euro abgeschafft.
Transparenz für Länder und Gemeinden
Ein weiterer Eckpunkt der Reform betrifft die öffentliche Verwaltung. Der neue Stabilitätspakt verpflichtet Bundesländer, Gemeinden und Sozialversicherungen dazu, ihre Haushaltsdaten ab sofort monatlich zu liefern. Dies soll für maximale Transparenz in den Finanzdaten sorgen und die staatliche Haushaltsplanung absichern. Gleichzeitig wird die Finanzbildungsstrategie an Schulen massiv ausgebaut, um jungen Menschen den Umgang mit Steuern und Geld frühzeitig zu vermitteln.
Das Jahr 2026 markiert einen Wendepunkt zwischen fiskalischer Disziplin und gezielten Leistungsanreizen. Während die Daumenschrauben bei der Steuerbetrugsbekämpfung und für Großinvestoren angezogen werden, bleibt den arbeitenden Menschen durch die Steuerfreistellung von Feiertagen und Überstunden spürbar mehr Netto vom Brutto.
Quelle „heute.at“
Österreich arbeitet hart – und 2026 zahlt es sich endlich mehr aus.
