Der Neos-Staatssekretär für Deregulierung, Sepp Schellhorn, steht erneut im Zentrum eines politischen Sturms. Eine Äußerung im Rahmen einer Pressekonferenz nach dem Ministerrat sorgt für massive Empörung und ruft die Opposition auf den Plan.
Literarisches Zitat sorgt für Unmut
Angesprochen auf die derzeit niedrigen Vertrauenswerte der Bundesregierung griff Sepp Schellhorn zu einem drastischen Vergleich. Er zitierte den Schriftsteller Thomas Bernhard und unterstellte den Österreichern in diesem Zusammenhang, sie würden auf die sogenannte Mieselsucht stehen. Diese Bemerkung wurde von Kritikern umgehend als Herabwürdigung der Bürger interpretiert.
Massive Kritik von Michael Schnedlitz
FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz reagierte am Donnerstag mit scharfen Worten auf die Aussagen des Staatssekretärs. Er bezeichnete das Verhalten als Ausdruck unfassbarer Arroganz und wertete die Worte als Schlag ins Gesicht für jeden hart arbeitenden Österreicher. Laut Schnedlitz ist damit ein Punkt erreicht, an dem politische Konsequenzen unausweichlich seien.
Vorwürfe gegen die Amtsführung
In seiner Stellungnahme zog Schnedlitz eine Bilanz der bisherigen Amtszeit Schellhorns. Er verwies dabei auf vorangegangene Diskussionen um einen Luxus-Audi, die Kosten für die Büroausstattung sowie den aus Sicht der FPÖ gescheiterten Kurs bei der Entbürokratisierung. Der aktuelle Vorfall sei nur die Spitze eines Eisbergs aus Skandalen und Fehlleistungen, die einen sofortigen Rücktritt rechtfertigen würden.
Misstrauen gegenüber der Regierung
Die FPÖ sieht in der Wortwahl Schellhorns kein Versehen, sondern eine tief sitzende Geisteshaltung innerhalb der Regierung. Schnedlitz betonte, dass die Bürger nicht grundlos unzufrieden seien, sondern berechtigte Sorgen um Arbeitsplätze, Sicherheit und Wohlstand hätten. Wenn die Antwort darauf eine kollektive Beschimpfung sei, habe die Regierung ihre Legitimation endgültig verspielt.
Fokus auf soziale Realität
Während viele Menschen Schwierigkeiten hätten, ihre täglichen Rechnungen zu begleichen, agiere Schellhorn laut FPÖ in einer ministeriellen Wohlfühlblase. Die Distanz zwischen der Lebensrealität der Bevölkerung und den Handlungen der Regierungsparteien sei mittlerweile unüberbrückbar. Schnedlitz forderte daher nicht nur den Abgang Schellhorns, sondern rasche Neuwahlen, um die aktuelle Koalition abzulösen.
Die politische Stimmung in Österreich verschärft sich durch die Bernhard-Zitate von Sepp Schellhorn massiv. Während die FPÖ den Rücktritt des Staatssekretärs als einzige logische Konsequenz sieht, steht die Regierung unter Druck, den Vorwurf der Bürgerferne zu entkräften. Die kommenden Tage werden zeigen, ob Schellhorn diese neuerliche Welle der Kritik politisch überstehen kann.
Quelle „heute.at“
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