Der Schock in der oberösterreichischen Landeshauptstadt sitzt tief. Nach einer blutigen Attacke in der Linzer Innenstadt am Samstagabend, die ein Todesopfer forderte, kommen nun erschütternde Details ans Licht. Die Rekonstruktion der Ereignisse zeigt eine Kette von Gewalt, die offenbar schon Stunden zuvor ihren Anfang nahm.
Streit eskalierte vor Barbershop

Das spätere Drama nahm seinen Lauf in der Bismarckstraße. Ein 34-jähriger kroatischer Staatsbürger geriet dort gegen 18:00 Uhr mit einem Autofahrer in einen lautstarken Streit. Drei junge Männer aus Afghanistan, im Alter von 21, 24 und 26 Jahren, wurden Zeugen der Szene und versuchten, mäßigend einzugreifen. Nach dem Wortgefecht begaben sich die drei Männer in einen nahegelegenen Barbershop, in der Annahme, die Situation sei geklärt.

Hinterhalt nach dem Friseurbesuch

Der Verdächtige lauerte der Gruppe jedoch auf. Als die Männer das Geschäft verließen, griff der 34-Jährige unvermittelt an. Er stach dem 24-jährigen Opfer von hinten in den Hals. Während die Gruppe versuchte zu flüchten, stürzte der 26-jährige Afghane. Der Angreifer soll laut Zeugenaussagen auf den wehrlosen Mann eingetreten und ihm anschließend lebensgefährliche Stiche in den Oberkörper versetzt haben. Der 21-jährige Begleiter nahm geistesgegenwärtig die Verfolgung des flüchtenden Täters auf, während Passanten versuchten, Erste Hilfe zu leisten.

Die Rolle der Sicherheitskräfte

Die Polizei war zu diesem Zeitpunkt bereits in Alarmbereitschaft. Beamte der Schnellen Interventionsgruppe (SIG) konnten den Verdächtigen kurz nach der Tat im Nahbereich festnehmen. Trotz sofortiger Reanimationsversuche durch eine Passantin und der anschließenden Notoperation im Krankenhaus erlag der 26-Jährige seinen schweren Verletzungen. Der 24-Jährige befindet sich mit schweren Schnittwunden in stationärer Behandlung.

Amoklauf bereits am Mittag angekündigt

Der Faktencheck zeigt eine bittere Komponente des Falls: Die Tat hätte womöglich verhindert werden können. Bereits am Samstagnachmittag hatte die Ehefrau des Verdächtigen bei der Polizei Anzeige erstattet. Ihr Mann habe ihr gegenüber einen Amoklauf angekündigt und sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden. Eine Fahndung war zum Zeitpunkt der Messerattacke bereits im Gange, doch der Zugriff erfolgte erst nach der Eskalation in der City.

Die Bluttat von Linz ist kein zufälliges Aufeinandertreffen, sondern die Eskalation einer bereits angekündigten Gewaltbereitschaft. Während die Ermittler die genauen Motive prüfen, bleibt eine Stadt in Trauer zurück. Für den 34-jährigen Kroaten wurde Untersuchungshaft beantragt. Es gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.

Quelle“heute.at“

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Von admin

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