Niederösterreich bereitet sich aktiv auf die kommenden Jahrzehnte vor. Mit der Fortsetzung der Initiative „Mein Land denkt an morgen“ präsentierte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am Montag eine Strategie, die wissenschaftliche Expertise mit der Stimme der Bürger vereint.

Im Zentrum stehen dabei die sogenannten Zukunftsgespräche, die eine Brücke zwischen Analyse und politischem Handeln schlagen sollen.

Strategie gegen das Reagieren auf Sicht

Oftmals steht die Politik in der Kritik, lediglich auf aktuelle Krisen zu reagieren, statt langfristige Visionen zu verfolgen. Mikl-Leitner entgegnete bei der Vorstellung der Eckpunkte in St. Pölten, dass Niederösterreich hier einen anderen Weg wähle. Man wolle heute die Weichen stellen, damit das Land auch 2030 und darüber hinaus stabil bleibe. Als konkrete Beispiele nannte sie den massiven Ausbau der Kinderbetreuung sowie den Gesundheitsplan 2040+, der als „Handlauf“ für ein zukunftsfittes System dienen soll.

Wirtschaft und Innovation im Fokus

Ein Kernelement der Initiative ist die neue Wirtschaftsstrategie 2030+, die bereits im ersten Quartal 2026 vorgelegt werden soll. Dabei geht es vor allem um Digitalisierung, den Abbau von bürokratischen Hürden und die Förderung von Innovationen. Mit der „Mission Nobelpreis“ verfolgt das Land das Ziel, Spitzenforscher und moderne Betriebe anzusiedeln. Laut Mikl-Leitner könne eine Verwaltung nur dann ermöglichen statt bremsen, wenn sie selbst modernisiert wird. Jedes sechste Landesgesetz wurde in diesem Zuge bereits vereinfacht.

Dialog als Herzstück der Planung

Die Zukunftsgespräche bilden das methodische Zentrum des Projekts. Friedrich Faulhammer, der Leiter der Zukunftsinitiative, betonte, dass es darum gehe, zuerst Orientierung durch Fakten zu schaffen und anschließend in den offenen Austausch zu gehen. Diese Gespräche finden 2026 in verschiedenen Regionen Niederösterreichs statt und werden von lokalen Institutionen begleitet. Ziel ist es, gesellschaftliche Stimmungen und wissenschaftliche Daten zu einem Gesamtbild zu verweben.

Wissenschaftliche Expertise an Bord

Für die fundierte Aufarbeitung der Themen setzt das Land auf drei renommierte Experten. Univ.-Prof. Peter Filzmaier analysiert im Rahmen von Bürgerbefragungen und dem Demokratieradar die Stimmung im Land. Er betonte, dass die Meinungen der Menschen systematisch erhoben werden, um belastbare Daten für politische Entscheidungen zu liefern. Dr. Katrin Praprotnik widmet sich der langfristigen Beobachtung des Vertrauens in demokratische Prozesse und dem persönlichen Engagement der Bürger.

Effizienz durch Aufgabenkritik

Univ.-Prof. Christoph Badelt steuert wissenschaftliche Studien und Trendanalysen bei. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt aktuell auf der sogenannten „Aufgabenkritik“ der Landesverwaltung. Dieses Projekt soll die Effizienz der Behörden steigern und ist in dieser Form einzigartig für ein österreichisches Bundesland. Es geht darum, staatliche Leistungen zu hinterfragen und Strukturen schlanker sowie leistungsfähiger zu gestalten.

Transparenz und Ausblick

Um die Bevölkerung einzubinden, setzt die Initiative auf volle Transparenz. Alle Berichte, Studienergebnisse und Termine der Zukunftsgespräche sind auf der Plattform meinlanddenktanmorgen.at abrufbar. Mikl-Leitner unterstrich abschließend, dass Zukunft vor allem Wissen, Dialog und Verantwortung brauche – Elemente, die man durch diese Initiative bündeln wolle, um Niederösterreich als lebenswerten Standort für kommende Generationen zu sichern.

Die Initiative „Mein Land denkt an morgen“ ist mehr als ein bloßes Diskussionsformat. Durch die Verzahnung von Wissenschaft, Verwaltungseffizienz und Bürgerbeteiligung versucht Niederösterreich, komplexe Zukunftsfragen wie den Fachkräftemangel, die Gesundheitsversorgung und den digitalen Wandel proaktiv zu lösen. Der Erfolg wird sich daran messen lassen, wie schnell die theoretischen Ergebnisse der Zukunftsgespräche in greifbare politische Maßnahmen und Gesetzgebungen einfließen.

Quelle“heute.at“

Niederösterreich plant heute das Morgen.

Von admin

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