Die exklusiven Ski-Metropolen Kitzbühel und Ischgl wurden Schauplatz einer kriminellen Serie, die nun ein juristisches Nachspiel fand.
Zwei Männer im Alter von 38 und 39 Jahren mussten sich am Montag vor dem Landesgericht Innsbruck verantworten. Den beiden rumänischen Staatsbürgern wurde vorgeworfen, in der Wintersaison 2024 mit einer dreisten Methode enorme Summen von den Konten ihrer Opfer entwendet zu haben.
Die Masche in den Nobel-Hotspots
Zwischen Jänner und April 2024 nutzten die Täter das rege Treiben in Tiroler Nobel-Lokalen aus. Ihre Strategie war simpel, aber hocheffizient: In überfüllten Bars positionierten sie sich geschickt in der Nähe zahlender Gäste. Mit gezielten Blicken spähten sie die Pincodes bei der Eingabe am Bankomat-Terminal oder Smartphone aus. Nur Augenblicke später verschwanden die Karten oder Mobiltelefone der abgelenkten Opfer. Bevor der Diebstahl bemerkt wurde, waren die Konten bereits um hohe Beträge erleichtert.
Beweislast durch Videoaufnahmen
Der Prozess am Landesgericht Innsbruck gestaltete sich aufgrund der Beweislage eindeutig. Laut Berichten des ORF Tirol lieferten Überwachungskameras aus den betroffenen Lokalen den entscheidenden Beweis. Die Aufnahmen zeigten das Duo bei der Ausspähung und dem anschließenden Zugriff so detailliert, dass ein Leugnen der Taten zwecklos war. Insgesamt wurde ein Gesamtschaden von rund 125.000 Euro festgestellt.
Internationale Kriminalgeschichte
Besonders brisant: Einer der Angeklagten ist kein unbeschriebenes Blatt. Seine kriminelle Laufbahn erstreckt sich quer durch Europa mit einschlägigen Vorstrafen in Frankreich, England, Monaco und Norwegen. Vor Gericht versuchten die Männer, die Taten mit Schulden bei einem Londoner Geldverleiher zu rechtfertigen. Diesem hätten sie inklusive Zinsen 30.000 Euro zurückzahlen müssen – eine Erklärung, die den Vorwurf der kriminellen Vereinigung entkräften sollte.
Das Urteil der Richter
Das Gericht folgte der Argumentation einer kriminellen Vereinigung letztlich nicht, sprach die Männer jedoch des schweren gewerbsmäßigen Diebstahls schuldig. Der 38-Jährige erhielt eine Haftstrafe von zwei Jahren, die bereits rechtskräftig ist. Sein 39-jähriger Komplize wurde zu drei Jahren Haft verurteilt, wobei dieses Urteil noch nicht rechtskräftig ist. Die hohen Summen und die Professionalität der Tatausführung spiegelten sich deutlich im Strafmaß wider.
Der Fall zeigt eindringlich, dass auch in vermeintlich sicheren Nobel-Skiorten höchste Vorsicht bei Finanztransaktionen geboten ist. Die Kombination aus technischer Überwachung und internationaler Polizeiarbeit konnte die Serie beenden, doch der finanzielle Schaden bleibt für viele Betroffene eine bittere Erinnerung an den Winterurlaub.
Quelle „heute.at“
Sicher feiern, achtsam zahlen.
