In der Nacht auf Sonntag wurde der Wiener Gürtel Schauplatz einer riskanten Inszenierung.
Ein BMW-Lenker verwandelte den Mariahilfer Gürtel kurz vor 3:00 Uhr morgens in eine private Rennstrecke und sorgte mit qualmenden Reifen für Aufsehen und Empörung gleichermaßen.
Nächtliches Spektakel im 6. Bezirk
Während Wien schlief, versammelten sich Dutzende Autofans im Bereich des Mariahilfer Gürtels Ecke Gumpendorfer Straße. Im Zentrum des Geschehens stand ein blauer BMW, dessen Fahrer die Kreuzung im 6. Wiener Gemeindebezirk kurzerhand für den regulären Verkehr sperrte. Trotz grün leuchtender Ampeln auf allen drei Fahrstreifen hielt der Wagen an, um ein riskantes Manöver vorzubereiten.
Brennender Asphalt und Applaus
Der Lenker setzte zu sogenannten Donuts an und drehte seinen Wagen mehrfach im Kreis, bis dichter Qualm von den Reifen aufstieg. Die Szene, die von Schaulustigen auf Video festgehalten wurde, zeigt, wie der Verkehr in Fahrtrichtung Westbahnhof komplett zum Erliegen kam. Nachdem die Runden gedreht waren, beschleunigte der Fahrer massiv und setzte seine Fahrt fort. Ein weiterer Pkw-Lenker folgte ihm unmittelbar bei Gelblicht über die Kreuzung, während einige Umstehende die Aktion lautstark feierten.
Teures Nachspiel für den Drift-Fan
Dieses Verhalten im öffentlichen Straßenraum ist weit mehr als eine bloße Ruhestörung. Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) kann allein das Blockieren der Fahrbahnen sowie das gefährliche Fahrverhalten mit Geldstrafen von bis zu 5.000 Euro geahndet werden. Hinzu kommen Delikte wie unnötige Lärmerregung und die Missachtung von Fahrstreifenmarkierungen, die das Strafmaß weiter in die Höhe treiben.
Führerscheinentzug und Strafrecht
Neben finanziellen Einbußen drohen dem Lenker schwerwiegende Konsequenzen für seine Fahrerlaubnis. Da bei einer derartigen Blockade einer mehrspurigen Hauptstraße eine konkrete Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer vorliegt, prüfen die Behörden oft auch strafrechtliche Tatbestände. Neben dem Entzug des Führerscheins könnten Nachschulungen oder verkehrspsychologische Untersuchungen angeordnet werden. Im Falle einer Gefährdung der körperlichen Sicherheit wandelt sich die Verwaltungsübertretung schnell in ein gerichtliches Verfahren wegen fahrlässiger Gemeingefährdung.
Was als kurzer Moment des Ruhms in der Tuning-Szene gedacht war, dürfte für den Beteiligten ein langes rechtliches Nachspiel haben. Die Polizei nutzt zunehmend Videomaterial von Leserreportern und Überwachungskameras, um derartige Exzesse auf Wiens Hauptverkehrsadern konsequent zu unterbinden.
Quelle „heute.at“
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