Nach neuen Zahlen der Gesundheitskasse bricht ein politischer Sturm los. Pensionistenvertreter werfen der Führung Verschleierungstaktiken und eine massive finanzielle Belastung der älteren Generation vor.

Die aktuellen Bilanzen der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) sorgen für ein politisches Erdbeben. Während ÖGK-Obmann Peter McDonald die jüngsten Zahlen – ein Defizit von 156 Millionen Euro statt der befürchteten 454 Millionen Euro – als Sanierungserfolg präsentiert, formiert sich massiver Widerstand. Der Pensionistenverband Österreichs (PVÖ) sieht in der vermeintlichen Erfolgsmeldung eine bewusste Täuschung der Öffentlichkeit.

Geschönte Zahlen in der Kritik

Auslöser der Debatte ist das Geschäftsjahr 2025. Dass der Abgang geringer ausfällt als ursprünglich prognostiziert, wird von der ÖGK-Spitze als Ergebnis effizienter Verwaltung gefeiert. Doch PVÖ-Präsidentin Birgit Gerstorfer widerspricht dieser Darstellung vehement. Sie wirft der Kassenführung vor, die wahre Ursache für das geschrumpfte Defizit zu verschweigen: den massiven Griff in die Taschen der Senioren.

Die 500-Millionen-Euro-Lücke

Im Zentrum der Kritik steht die Erhöhung der Krankenversicherungsbeiträge für Pensionisten von 5,1 auf 6,0 Prozent. Diese Steigerung um satte 17,6 Prozent betrifft ausschließlich die ältere Generation. Laut Berechnungen des Pensionistenverbandes spült diese Maßnahme jährlich rund 500 Millionen Euro zusätzlich in die Kassen der ÖGK. Gerstorfer stellt klar: „Es waren die Pensionistinnen und Pensionisten, die mit ihren Beiträgen die ÖGK vor dem finanziellen Kollaps bewahrt haben.“

Weniger Leistung für mehr Geld

Neben den höheren Beiträgen prangert der Verband eine schleichende Leistungsverschlechterung an. Höhere Selbstbehalte bei Krankentransporten, steigende Kosten für Zahnersatz und Kürzungen beim Krankengeld belasten die Budgets der Senioren zusätzlich. Besonders Menschen mit Mindestpensionen spüren jeden Euro, der am Monatsende durch Medikamentenzuzahlungen oder Arztwege fehlt.

Respektlosigkeit gegenüber Senioren

Der Ton zwischen den Lagern wird schärfer. Die Darstellung der ÖGK-Führung wird vom PVÖ als „Schlag ins Gesicht“ und als zutiefst respektlos gegenüber der Lebensleistung der älteren Generation bezeichnet. Es stehe der Vorwurf im Raum, dass strukturelle Probleme der Kasse auf dem Rücken einer Bevölkerungsgruppe saniert werden, die sich gegen die einseitige Belastung kaum wehren kann.

Der Streit um die ÖGK-Milliarden offenbart einen tiefen Riss in der Gesundheitspolitik. Während die Kassenführung von einer stabilisierten Finanzlage spricht, sehen die Betroffenen eine einseitige Umverteilung. Solange die Mehreinnahmen durch Beitragserhöhungen als Management-Erfolg verkauft werden, bleibt der soziale Frieden gefährdet. Die Frage nach der Gerechtigkeit im Gesundheitssystem wird die politische Agenda weiterhin dominieren.

Quelle „heute.at“

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Von admin

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