Die geplante Reform der Stromnetzentgelte soll Haushalte eigentlich finanziell entlasten.
Nun warnt die Arbeiterkammer (AK) jedoch vor möglichen Sonderregelungen für Stromspeicher, die das Gegenteil bewirken könnten.
Demnach würden Befreiungen oder Vergünstigungen für Speicheranlagen dazu führen, dass die übrigen Konsumenten deutlich mehr für das Stromnetz zahlen müssen. Die AK wirft der Speicherbranche und dem Wirtschaftsministerium aktives Lobbying vor.
Ein Vorschlag der Regulierungsbehörde E-Control liege laut AK bereits vor und dürfe keinesfalls abgeschwächt werden. Schon jetzt zahlen andere Netznutzer nach Angaben der Arbeiterkammer jährlich rund 60 Millionen Euro zusätzlich, da viele Pumpspeicher von Gebühren befreit oder begünstigt sind.
Millionenbelastung für Haushalte befürchtet
Sollte das energiepolitische Ausbauziel von fünf Gigawatt Speicher vollständig von den Netzentgelten befreit werden, müssten die übrigen Netzkunden laut Berechnungen rund 350 Millionen Euro pro Jahr mehr bezahlen. Das entspräche etwa zehn Prozent der gesamten Netzkosten. „Wer Speicher von Netzentgelten befreien will, muss auch sagen, wer am Ende die Rechnung bezahlen muss“, erklärt AK-Energieexperte Joel Tölgyes. Zwar stabilisieren Speicher das Energiesystem, der genaue Nutzen bleibe laut AK jedoch schwer einschätzbar. Zudem könnten heimische Rabatte durch den vernetzten europäischen Strommarkt ins Ausland abfließen. Die AK fordert daher eine faire Kostenverteilung.
Energie Burgenland drängt auf Speicherausbau
Der Energieversorger Energie Burgenland betont hingegen die Notwendigkeit eines raschen Ausbaus: „Österreich braucht dringend mehr Speicher“, teilt das Unternehmen mit. Derzeit werden rund 15 Prozent des Wind- und Solarstroms abgeregelt, während nur wenige Stunden später teurer Strom importiert werden müsse. „Wir vernichten heimischen erneuerbaren Strom und importieren wenige Stunden später teuer. Die Lösung sind Speicher“, so Vorstandschef Stephan Sharma.
Quelle „heute.at“
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