Österreich kämpft weiterhin mit einer massiven Teuerungswelle, die das Budget vieler Haushalte sprengt. Während die offizielle Statistik die nackten Fakten liefert, bleibt bei den Bürgern oft nur Frust über die schwindende Kaufkraft zurück.
In der ORF-Sendung „ZIB2“ bezog Manuela Lenk, Generaldirektorin der Statistik Austria, nun Stellung zur dramatischen Preisentwicklung des vergangenen Jahres.
Dramatischer Preisanstieg bei Lebensmitteln
Das Jahr 2025 markiert einen traurigen Höhepunkt in der österreichischen Preisgeschichte. Laut Manuela Lenk stiegen die Preise im Schnitt um 3,6 Prozent, nachdem sie bereits im Vorjahr um 2,4 Prozent angezogen hatten. Besonders alarmierend ist die Situation bei den Grundbedürfnissen. Seit 2023 verteuerten sich Lebensmittel um massive 10,9 Prozent. Ein direkter Vergleich von Moderator Martin Thür verdeutlichte die Schieflage: Während die Preise in Österreich und der EU (Schnitt 9 Prozent) nach oben schnellten, stagnierten die Lebensmittelpreise in der Schweiz auf dem Niveau von 2023.
Sondereffekte durch die Strompreisbremse
Ein wesentlicher Faktor für die statistische Inflation war der Wegfall der Strompreisbremse. Da diese staatliche Stütze nicht mehr in die Berechnung einfließt, wirkte dies im vergangenen Jahr wie ein künstlicher Preistreiber. Laut Lenk machte dieser Effekt allein etwa 0,4 Prozentpunkte aus. Zusätzlich belasteten gestiegene Netzgebühren die Haushalte mit weiteren 0,4 Prozentpunkten. Ab den Berechnungen für Jänner 2026 erwartet die Expertin hier zwar eine statistische Entlastung, doch die tatsächliche Belastung der Bürger bleibt durch die hohen Netzkosten real.
Skepsis bei der Mehrwertsteuersenkung
Die von der Politik geplante Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel von 10 auf 4,9 Prozent wird laut Statistik Austria zwar einen Effekt haben, doch die Expertin bleibt vorsichtig. Es sei noch unklar, welche Produktgruppen exakt betroffen sind und ob der Handel diese Ersparnis eins zu eins an die Konsumenten weitergibt. Manuela Lenk betonte, dass die Inflationsmessung „keine Glaskugel“ sei. Es bestehe zudem das Risiko, dass eine Dämpfung bei Lebensmitteln durch Preissteigerungen in anderen Sektoren kompensiert werde.
Genussmittel werden zum Luxusgut
Besonders tief in die Tasche greifen mussten die Österreicher zuletzt für kleine Freuden des Alltags. Die Statistik zeigt, dass vor allem Kaffee, Tee und Schokolade überdurchschnittliche Preissteigerungen erfuhren. Damit entwickeln sich einfache Genussmittel immer mehr zum Luxus, während Mieten und Energiekosten den finanziellen Spielraum für den Mittelstand weiter einengen.
Österreich bleibt im europäischen Vergleich ein teures Pflaster. Die Zahlen der Statistik Austria belegen schwarz auf weiß, dass die Inflation kein abstraktes Phänomen ist, sondern den Lebensstandard direkt angreift. Ob die angekündigten politischen Maßnahmen wie die Mehrwertsteuersenkung tatsächlich die Wende bringen, bleibt abzuwarten. Solange die Preise für Energie und Wohnen auf hohem Niveau verharren, wird die Entlastung im Supermarktregal für viele nur ein Tropfen auf dem heißen Stein sein.
Quelle „heute.at“
Österreich im Preischeck: Die Fakten hinter dem Teuerungs-Schock.