Innerhalb der österreichischen Bundesregierung spitzt sich die Debatte um die Einführung des sogenannten Zukunftsdepots zu.

Während aus dem SPÖ-geführten Finanzministerium deutliche Vorbehalte geäußert werden, erhält Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) nun prominente Unterstützung: Die Neos sprechen sich klar für eine rasche Umsetzung des Modells aus.

Staatliches Startkapital für Kinder

Das geplante Finanzinstrument sieht vor, dass Eltern künftig steuerfrei Geld für ihren Nachwuchs anlegen können. Für jedes ab dem Jahr 2027 in Österreich geborene Kind soll der Staat ein Startkapital von 500 Euro bereitstellen. Zusätzlich erhalten Erziehungsberechtigte die Möglichkeit, jährlich bis zu 5.000 Euro einzuzahlen.

Die Ersparnisse bleiben bis zum 18. Geburtstag des Kindes gebunden. Während dieser Laufzeit sollen weder Kapitalertragsteuer (KESt) noch Kontoführungsgebühren anfallen.

Finanzministerium äußert Bedenken

Das von Markus Marterbauer (SPÖ) geführte Finanzministerium bremst jedoch die Erwartungen an einen Pünktlichen Start zum 1. Jänner 2027. Aus dem Ressort heißt es, dass im Budget für die kommenden beiden Jahre jeweils lediglich 40 Millionen Euro für den staatlichen Zuschuss eingeplant seien. Es fehle eine langfristige Finanzierungsgrundlage. Zudem seien die durch die KESt-Befreiung entstehenden Steuerausfälle bislang nicht ausreichend berücksichtigt.

Kanzleramtsministerin Claudia Bauer (ÖVP) wies diese Einwände entschieden zurück und warf Marterbauer ideologische Vorbehalte vor. Der Starttermin zum Jahresbeginn 2027 sei im Rahmen der Budgetverhandlungen verbindlich vereinbart worden. Bauer betonte, sie gehe davon aus, dass die Einigkeit innerhalb der Bundesregierung weiterhin Bestand habe und getroffene Zusagen eingehalten werden.

Rückendeckung aus der Wirtschaft

Unterstützung erhält das Vorhaben auch von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP). Er sieht in dem Modell eine nachhaltige Maßnahme zur Stärkung der finanziellen Eigenvorsorge und des heimischen Kapitalmarkts. Österreich müsse sich schrittweise vom reinen Sparbuch-Denken lösen und die Ertragschancen unterschiedlicher Anlageformen gezielter nutzen.

Darüber hinaus verknüpft Hattmannsdorfer mit dem Projekt das Ziel einer verbesserten Finanzbildung. Wer sich frühzeitig mit verschiedenen Anlageformen auseinandersetze, erlange ein besseres Verständnis für Risiko und Rendite. Als Orientierung verweist er auf Deutschland, wo die dortige Regierungskoalition ein vergleichbares Altersvorsorgedepot auf den Weg gebracht hat.

Neos verweisen auf Chancenkonto

Mit den Neos stellt sich nun auch der dritte Koalitionspartner an die Seite der ÖVP. Die Partei sieht in dem Vorhaben Parallelen zu ihrem im Wahlkampf 2024 vorgestellten Concept eines Chancenkontos, das jedem jungen Menschen mit dem Erreichen der Volljährigkeit ein Startkapital von 25.000 Euro zur Verfügung stellen sollte. Einer zügigen Umsetzung des Zukunftsdepots stehe aus Sicht der Neos nichts im Wege, da man der kommenden Generation neben Verantwortung auch finanzielle Handlungsspielräume mitgeben müsse.

Die Auseinandersetzung um das Zukunftsdepot verdeutlicht die unterschiedlichen wirtschaftspolitischen Ansätze innerhalb der Koalition. Während die SPÖ auf ungeklärte Finanzierungsfragen und fehlende Langfristkonzepte verweist, dringen ÖVP und Neos auf eine verbindliche Umsetzung der Budgetvereinbarungen, um Anreize für private Vorsorge und Kapitalmarktinvestitionen zu setzen.

Quelle „heute.at“

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Von admin

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