Ein nächtlicher Kontrollversuch im Kärntner Gurktal endete in den späten Stunden des Samstags in einer Katastrophe.
Ein 22-jähriger Autofahrer verlor auf der Flucht vor der Polizei sein Leben, als sein Fahrzeug von der Straße abkam und in Flammen aufging.
Verdächtiger Stopp an der Bundesstraße
Die Tragödie nahm ihren Anfang gegen 22:50 Uhr auf der B 93 Gurktal Straße im Gemeindegebiet von Gurk. Einer Polizeistreife fiel ein am Straßenrand abgestelltes Fahrzeug auf, dessen Motor noch lief. Da den Beamten die Situation ungewöhnlich erschien, entschlossen sie sich spontan dazu, eine routinemäßige Lenker- und Fahrzeugkontrolle durchzuführen.
Flucht mit extrem hohem Tempo Dazu sollte es jedoch nicht mehr kommen. Sobald der Fahrer die Annäherung der Ordnungshüter bemerkte, trat er aufs Gaspedal. Mit massiv überhöhter Geschwindigkeit raste der junge Mann in Fahrtrichtung Weitensfeld davon. Die Polizisten nahmen zwar kurzzeitig die Verfolgung auf, brachen die Nachfahrt jedoch nach wenigen Momenten ab. Da das Kennzeichen des Wagens bereits abgelesen worden war und die extrem hohe Geschwindigkeit das Risiko für alle Beteiligten zu stark anwachsen ließ, entschieden sich die Einsatzkräfte gegen eine riskante Verfolgungsjagd.
Schreckliche Entdeckung im Feld
Die Vorsicht der Beamten konnte das Unglück jedoch nicht mehr verhindern. Nur kurze Zeit später stießen die Polizisten bei der Weiterfahrt auf der B 93 auf deutliche Spuren des Horrors: Schmutz, aufgewühlte Erde sowie massive Fahr- und Bremsspuren zeichneten ein Bild des Kontrollverlusts auf den Asphalt. In einer angrenzenden Wiese entdeckten sie schließlich das Wrack des flüchtigen Wagens. Das Auto hatte sich überschlagen, lag auf dem Dach und stand bereits lichterloh in Flammen.
Verzweifelter Kampf um ein junges Leben
Bei der sofort eingeleiteten Suche im Nahbereich des brennenden Wracks fanden die Einsatzkräfte den schwerst verletzten Fahrzeuglenker auf dem Boden liegend. Er war offenbar aus dem Fahrzeug geschleudert worden oder hatte sich noch kurz zuvor befreien können. Die Beamten starteten ohne Verzögerung mit Erste-Hilfe- und Wiederbelebungsmaßnahmen. Wenig später trafen die alarmierte Feuerwehr sowie Rettungs- und Notarztkräfte ein, um die Reanimation gemeinsam fortzusetzen. Sämtliche medizinische Bemühungen blieben jedoch ohne Erfolg; der junge Mann erlag noch direkt an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen.
Ermittlungen zur Unfallursache laufen
Nach Angaben der Behörden handelt es sich bei dem Verstorbenen um einen 22-jährigen Mann, der im Bezirk St. Veit an der Glan wohnhaft war. Die Erhebungen der Polizei zum genauen Hergang zeigen, dass der Lenker in einer Kurve gänzlich die Herrschaft über seinen Pkw verloren hatte. Das Auto prallte mit voller Wucht gegen eine Böschung, katapultierte sich in die Luft und kam schließlich auf dem Dach in der Wiese zum Stillstand. Namen von beteiligten Beamten oder die Identität des Opfers wurden zum Schutz der Privatsphäre von den Behörden bislang nicht im Detail veröffentlicht.
Großeinsatz führte zu Straßensperre
Die Freiwillige Feuerwehr Gurk rückte mit einem Großaufgebot an Kräften an, um den brennenden Pkw zu löschen und die Unfallstelle abzusichern. Für die Dauer der umfassenden Spurensicherung, der Bergung des Wracks und der Reinigung der Fahrbahn musste die B 93 Gurktal Straße für den gesamten Verkehr komplett gesperrt werden. Erst gegen 01:00 Uhr nachts konnte die Bundesstraße wieder für den Verkehr freigegeben werden.
Der Vorfall im Gurktal führt auf traurige Weise vor Augen, welche fatalen Dynamiken entstehen können, wenn sich Verkehrsteilnehmer aus Angst oder Panik einer polizeilichen Kontrolle entziehen wollen. Die Entscheidung der Beamten, die Verfolgung aufgrund des hohen Risikos abzubrechen, war vorschriftsmäßig, konnte den schweren Unfall des 22-Jährigen abseits der Sichtweite der Streife jedoch leider nicht mehr abwenden. Zurück bleiben fassungslose Einsatzkräfte und eine trauernde Region.
Quelle“heute.at‘
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