Die Bundesregierung setzt in der aktuellen Nahost-Krise auf rasche Hilfe für gestrandete Staatsbürger.
Nach einer intensiven Sitzung des Krisensicherheitskabinetts im Bundeskanzleramt wurden neue Details zu den laufenden Evakuierungsmaßnahmen bekanntgegeben. Die Mobilisierung läuft auf Hochtouren, während die diplomatischen Drähte nach Tel Aviv, Teheran und Washington glühen.

Erste Maschine bereits in der Luft
Gute Nachrichten verkündete Außenministerin Beate Meinl-Reisinger unmittelbar nach der Sitzung. Eine erste Maschine der Austrian Airlines (AUA) befindet sich bereits auf dem Weg von Maskat im Oman in Richtung Wien. Es ist der Auftakt einer groß angelegten Rückholaktion, die in den kommenden Stunden weiter intensiviert wird.
Weitere Evakuierungsflüge am Donnerstag
Für Donnerstag sind zwei zusätzliche Sonderflüge fixiert worden, um den Druck auf die betroffenen Urlauber zu lindern:
- Maskat (Oman): Abflug um 16:40 Uhr mit 180 Passagieren an Bord.
- Riad (Saudi-Arabien): Start um 18:05 Uhr mit einer Kapazität von 300 Sitzplätzen.
Meinl-Reisinger betonte dabei die Vorreiterrolle Österreichs, das als eines der ersten Länder weltweit aktiv mit dem Ausfliegen seiner Staatsbürger begonnen hat.
Aufruf an Reisende in Dubai
Trotz der staatlichen Hilfe appelliert das Außenministerium an alle Österreicher, die bereits im Besitz von regulären Flugtickets sind, den Kontakt zu Fluglinien und Reiseveranstaltern zu suchen. Da der Luftraum in der Region immer wieder temporär geöffnet wird, finden vereinzelt auch Starts aus Dubai statt. Wer eine bestehende Buchung hat, sollte diese Chance unbedingt nutzen.
Aktuelle Zahlen aus der Krisenregion
Laut aktuellen Daten des Außenministeriums sind derzeit 17.932 Österreicher in der Region registriert. Davon gelten 2.267 als klassische Reisende. Besonders prekär ist die Lage in den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo noch 1.394 Personen festsitzen. Immerhin gibt es einen Lichtblick: Die Zahl der Gestrandeten ist im Vergleich zum Vortag bereits um 212 gesunken.
Busshuttles als Lebensader
Da viele Flughäfen in der Region nur eingeschränkt operieren, organisiert die Regierung weiterhin Buskonvois. Diese bringen Österreicher aus Dubai und Abu Dhabi sicher nach Riad oder Maskat. Auch von Doha in Katar werden Busverbindungen nach Saudi-Arabien bereitgestellt, um die dortigen Flugkapazitäten nutzen zu können.
Notfallnummern und Erreichbarkeit
Das Außenministerium (BMEIA) hat eine 24-Stunden-Hotline unter der Nummer +43 1 90115 4411 eingerichtet. Zudem sind die Botschaften vor Ort über folgende Notfallnummern erreichbar:
- Abu Dhabi: +971 50 66 69 728
- Amman: +962 795 62 85 60
- Doha: +974 33 21 14 50
- Kuwait/Bahrain: +965 998 061 77
- Maskat: +968 7220 0116
- Riad: +966 557 102 122
- Tel Aviv: +972 54 792 1892
- Beirut: +961 39 59 765
Diplomatischer Vorstoß für Feuerpause
Parallel zur Logistik arbeitet Österreich auf diplomatischer Ebene an einer Lösung. Meinl-Reisinger forderte in Gesprächen mit Israel, dem Iran und den USA eine 48-stündige Feuerpause. Ziel ist es, ein sicheres Zeitfenster zu schaffen, um alle verbliebenen Urlauber ohne Risiko aus der Gefahrenzone zu evakuieren.
Nationaler Sicherheitsrat tagt
Unmittelbar nach dem Pressetermin trat der Nationale Sicherheitsrat um 12:00 Uhr zusammen. Unter der Leitung der Regierungsspitze beraten Minister, Experten des Generalstabs sowie Vertreter der Opposition über die weitere sicherheitspolitische Strategie Österreichs in diesem Konflikt.
Österreich zeigt in dieser Krise logistische Stärke und diplomatisches Engagement. Die Koordination zwischen AUA, Botschaften und dem Krisenstab funktioniert nach Plan, doch die Sicherheit der verbliebenen Bürger hängt maßgeblich von der Stabilität des Luftraums und den internationalen Verhandlungen ab.
Quelle „heute.at“
Österreich hilft: Gemeinsam sicher zurück in die Heimat.